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1.200 Euro mehr: Arbeiterkammer erkämpfte Pflegegeld für Demenzkranke aus dem Bezirk Braunau

Theresa Senzenberger, 30.04.2024 14:48

BEZIRK BRAUNAU. Für die Betreuung ihrer schwer demenzkranken Mutter erhielt eine Familie aus dem Bezirk Braunau aus Sicht der Arbeiterkammer (AK) viel zu wenig Pflegegeld. Die AK klagte und bekam Recht.

Die Arbeiterkammer erwirkte durch eine Klage ein höheres Pflegegeld für eine Familie aus dem Bezirk Braunau. (Foto: BillionPhosocom/stock.adobe.com)

In sehr kurzer Zeit hatte sich der geistige Gesundheitszustand einer 80-Jährigen aus dem Bezirk Braunau rapide verschlechtert. Ihrer Familie zufolge ist sie inzwischen stark verwirrt, desorientiert, vergesslich und mitunter auch aggressiv, mit Hang zur Selbstverletzung. Sie könne keine Sekunde mehr allein gelassen werden.

Für ihre Betreuung wurde ein Pflegegeld der Stufe 2 bezogen. Da der Pflegeaufwand stark zugenommen hatte, stellten die Angehörigen bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) einen Antrag auf eine Erhöhung. Doch die PVA lehnte ab.

Klage eingereicht

Die Familie wandte sich daraufhin an die AK-Bezirksstelle Braunau. Die zuständige Rechtsexpertin kam nach einem Beratungsgespräch zu dem Schluss: Die bisherige Pflegestufe wird dem Gesundheitszustand und Pflegeaufwand nicht mehr gerecht. Sie reichte eine Klage gegen den ablehnenden Bescheid ein.

Pflegeaufwand: 205 Stunden pro Monat

Das Gutachten eines gerichtlichen Sachverständigen ergab, dass ein Pflegebedarf von mehr als 160 Stunden pro Monat besteht. Für Demenz gibt es einen Zuschlag an Stunden – in dem Fall sogar 45 Stunden. Der Pflegeaufwand beträgt somit mehr als 205 Stunden pro Monat. Das Gericht sprach der Familie daher die Pflegestufe 6 zu. Das bedeutet: Rund 1.200 Euro mehr pro Monat als vor dem Gerichtsverfahren.

Faktenbasierte Bescheide gefordert

AK-Präsident Andreas Stangl fordert von der PVA ordentliche Gutachten und faktenbasierte Bescheide. AK-Mitglieder sollen auf kurzem und fairen Weg zu ihren Ansprüchen kommen. Stangl betont: „Es kann nicht sein, dass Menschen, die schwer krank sind, Pflege benötigen oder nicht mehr arbeiten können, auch noch den Rechtsweg bestreiten müssen.“

 


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