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Stelzer: „Wir müssen unsere Industrie sichern und unseren Standort stärken“

Leserartikel Michelle Baumann, 16.07.2024 12:10

WENG. Landeshauptmann Thomas Stelzer besuchte den Hersteller von Anlagen für Alu-Recycling und -Verarbeitung Hertwich Engineering in Weng. Das Unternehmen beliefert Aluminiumgießereien und Aluminiumumschmelzbetriebe sowie Autozulieferer und Autohersteller. Bei einem Presserundgang legte der Landeshauptmann dar, dass Innovation ein Schlüssel der Industrie in Oberösterreich sei und die EU Produktionsunterstützung für Betriebe ermöglichen solle.

Landeshauptmann Thomas Stelzer und Hertwich-Geschäftsführer Gerold Keune bei der Betriebsbesichtigung (Foto: OÖVP)

„Wenn Europa vorne bleiben will, müssen wir auch technologisch an der Spitze bleiben“

Hertwich Engineering ist Technologieführer von Alu-Recyclingöfen und vollautomatischen Wärmebehandlungsanlagen und klimafreundlichen Beheizungen. Gegenüber der traditionellen Aluminiumherstellung reduzieren Hertwich-Recyclinganlagen den Treibhausgasausstoß um bis zu 99 Prozent. „Damit steht Hertwich stellvertretend für Oberösterreichs Betriebe, die durch Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts sichern. Wenn Europa vorne bleiben will, müssen wir auch technologisch an der Spitze bleiben. Fortschritt und Innovation sind damit ein wichtiger Schlüssel, um unsere Industrie in Europa zu sichern“, betonte Stelzer. Hertwich habe mit Alu-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneinsparung auf die richtigen Schwerpunkte und eine wichtige Zukunftsbranche gesetzt. So wird Aluminium auch in der Automobilbranche und bei Oberösterreichs Autozulieferbetrieben immer wichtiger, um der Gewichtszunahme durch Batterien entgegenzuwirken.

Apell für Technologieoffenheit und weniger Vorschriften

Dabei zeigt ein Blick auf die Patent-Statistik, dass Oberösterreich bei Innovationen auf einem guten Weg ist. Mit 506 Patenten wurden 2023 die meisten Patente aller Bundesländer in Oberösterreich angemeldet. „Als Land Oberösterreich unterstützen wir die Forschungstätigkeiten unserer Unternehmen so gut es uns möglich ist, um unseren Standort zu unterstützen. Eine aktive Standortpolitik muss auch in das Zentrum der Politik der neuen EU-Kommission und der neuen Bundesregierung. Unsere Unternehmen brauchen Technologieoffenheit, weniger Vorschriften und Verbote“, formulierte Stelzer seine Erwartungen.

EU soll Produktionsunterstützung für Industrie ermöglichen

Zudem brauche es mehr direkte Produktionsunterstützung für Betriebe: „Innovationen sind ein Fundament unserer Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig setzen andere Teile dieser Welt gezielt auf direkte Förderungen in der Produktion. Das darf nicht zu einem Ungleichgewicht und damit zu einem Wohlstandsverlust in Europa führen. Um konkurrenzfähig bleiben zu können, muss auch in Europa die Produktion stärker unterstützt werden können“, fordert Stelzer ein Umdenken der EU.

„Oberösterreich macht vieles gut für den Erfolg seiner innovativen Unternehmen“

„In Österreich wird vieles richtig gemacht: So sind hervorragende Absolventen der HTL´s in Braunau und Ried die Voraussetzung für innovative und gleichzeitig praktikable technische Lösungen, welche die Basis für den Erfolg eines global führenden Unternehmens wie Hertwich Engineering sind“, so Gerold Keune, Geschäftsführer von Hertwich Engineering. Auch Instrumente wie die abgabenfreien Zulagen Coronaprämie und Teuerungsprämie sowie die steuerfreie Gewinnbeteiligung setzen laut Keune an der richtigen Stelle an: bei hochmotivierten und qualifizierten Mitarbeitern, deren besonderer Einsatz finanziell im Sinne eines mehr Netto vom Brutto besser gewürdigt wird.

Bei einer Säule, nämlich der industriellen Basis, sollte aus Sicht des Unternehmens in Österreich aber mehr getan werden: „Unsere langjährigen Kunden in Österreich und Europa leiden zurzeit unter im weltweiten Vergleich zu hohen Energiekosten. Um zu vermeiden, dass noch mehr Produktion nach Asien oder sogar in das Hochsubventionsland USA abwandert und wir unsere innovativsten Kunden verlieren, bedarf es hier einer aktiven Industriepolitik für die Erhaltung hochwertiger Arbeitsplätze“, so Keune abschließend.


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