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BEZIRK BRAUNAU. Trotz Krise wächst im Bezirk Braunau der Gründergeist: Rund 400 neue Unternehmen entstehen jedes Jahr. WKO, AMS und Techno-Z sagen klar: Jetzt ist Zeit für Mut und Selbstständigkeit. Sie wollen angehenden Unternehmern dabei helfen, ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Im Bezirk Braunau haben Gründer ein großes Unterstützungsangebot, betonen Herbert Ibinger (Techno-Z Braunau, v. l.), Klaus Berer (WKO Braunau) und Stefan Seilinger (AMS Braunau). (Foto: Tips/Senzenberger)

Mehr Flexibilität, Selbständigkeit oder finanzieller Erfolg – es gibt viele Beweggründe dafür, ein eigenes Unternehmen zu schaffen. Meist steht dahinter der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung, sagt Klaus Berer, Leiter der Braunauer Wirtschaftskammer.

400 neue Unternehmen

Im Bezirk Braunau gehen immer mehr diesen Schritt. Rund 400 neue Unternehmen werden jährlich gegründet. „In den letzten Jahren konnte fast immer ein neuer Rekord verzeichnet werden“, berichtet Berer.

Die Bestandsdauer sei im internationalen Vergleich gut: „Nach drei Jahren sind durchschnittlich noch mehr als drei Viertel der Unternehmen am Markt. Nach fünf Jahren sind es noch mehr als zwei Drittel.“

WKO hilft beim Start

Der erste Schritt für angehende Unternehmer ist der Kontakt mit der Wirtschaftskammer. Sie begleitet vor, bei und auch nach der Gründung. Das Gründerservice berät beispielsweise zur Gewerbeanmeldung, Finanzierung oder Förderung. Auch bei Themen wie Sozialversicherung, Steuern oder rechtlichen Grundlagen können sich Gründer an die WKO wenden.

Zum Angebot zählen neben kostenlosen Einzelberatungen auch Gründer-Workshops, Info-Veranstaltungen oder Online-Tools wie ein Finanzierungsrechner. Nach der Gründung unterstützen Netzwerktreffen. Am Mittwoch, 18. Juni, gibt es von 9 bis 11.30 Uhr in der WKO Braunau beispielsweise bei einem kostenlosen Workshop praktische Einblicke und Tipps für den Start in die Selbständigkeit.

Finanzielle Unterstützung

Eine weitere Anlaufstelle für Gründer ist das AMS. Bei einer Unternehmensberatung werden Konzepte, Finanzierung und der Businessplan geprüft. Hat das neue Unternehmen Potenzial, können sich Gründer bis zu sechs Monate mit finanzieller Unterstützung des AMS zu 100 Prozent auf den Aufbau konzentrieren. Nach der Gründung gibt es zwei weitere Monate eine Gründerbeihilfe.

Laut Stefan Seilinger, stellvertretender Leiter des AMS Braunau, sollte die aktuelle Krise kein Ausschlusskriterium für eine Gründung sein. „In der Arbeitsmarktpolitik ist das antizyklische Denken wichtig. Jetzt hat man den Vorteil, dass auf zusätzliches Personal zurückgegriffen werden kann – und es können neue Märkte erschlossen werden. Wenn ein Angebot besteht, wird sich auch Nachfrage einstellen.“

Er rät angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels dazu, nicht einfach abzuwarten. Vielmehr laute die Devise, sich selbst zu hinterfragen und bei Bedarf Qualifizierungen vorzunehmen. „Das ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.“

Raum für neue Ideen

Auch Herbert Ibinger, Geschäftsführer des Techno-Z Braunau, zeigt sich optimistisch. Er erinnert sich an die krisengebeutelten 90er-Jahre im Bezirk: „Wir kamen aus dem Tal der Tränen und wurden zur prosperierendsten Region. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wurden tolle Unternehmen gegründet. Natürlich gehört Mut dazu. Wir als Technologiezentrum geben der Idee ein Zuhause und eine tolle Infrastruktur.“

So stellt das Techno-Z Büro-, Arbeits- und Veranstaltungsräume bereit und bietet Möglichkeiten zum Netzwerken und zur branchenübergreifenden Zusammenarbeit. Außerdem wird beraten – etwa zu Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten.

Derzeit gibt es in der Region und auch der Weltpolitik, etwa was KTM und die Automobilbranche betrifft, viele Fragezeichen, räumt Berer ein. „Über einen längeren Zeitraum hinweg kommen wir aber wieder aus der Krise. Wenn nicht wir wieder herauskommen, wer sonst?“


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