„Man weiß, wo das Essen herkommt“
DIETACH. In Zeiten der Coronakrise gehen viele Unternehmen neue Wege. So auch der Dietacher Biohof am Heuberg. Dort kann man Äpfel, Apfelsaft und Apfelringe jetzt auch ohne persönlichen Kontakt kaufen.

Fast kein Betrieb bleibt derzeit von Schaden durch die Coronakrise verschont. Für Sabine und Wolfgang Mader vom Biohof am Heuberg fällt die wöchentliche Belieferung von Schulen und vielen Firmen mit Obstkörben aus. Stattdessen bauen sie nun den Ab-Hof-Verkauf aus: War bisher nur zwei Mal in der Woche Verkaufszeit, so können Kunden nun täglich von Montag bis Samstag einkaufen – an der frischen Luft, aber unter Dach und ohne den persönlichen Kontakt, den es derzeit ja zu vermeiden gilt.
Transport fällt weg
Der Marktstand von Altbäuerin Rosa Zehetner wurde hervorgeholt, in der Toreinfahrt aufgestellt und befüllt. Mit Säcken zu drei Kilo und Kisten zu sechs Kilo. Das Geld wird in eine Kassa eingeworfen. Und warum überhaupt Äpfel ab Hof kaufen, statt im Supermarkt? „Unsere Äpfel müssen keinen Kilometer mit dem Lastwagen fahren. Sie kommen vom Baum direkt ins Kühllager am Hof, das mit Strom aus Photovoltaik betrieben wird. Das ist gut für die Umwelt und gut für die Frische und Knackigkeit bis ins Frühjahr hinein. Man braucht keine aufwändige Verpackung. Und natürlich hilft uns der Direktverkauf, so gute Bioqualität zu guten Preisen anzubieten, weil kein Zwischenhändler mitnascht“, erklärt Hofinhaberin Sabine Mader. „Außerdem verbinden manche Kunden ihren Einkauf mit einem Spaziergang in der ruhigen Umgebung oder schauen mit ihren Kindern noch ins Hühnergehege. Man weiß einfach, wo das Essen herkommt.“
Alles bio
Der Biohof bietet übers Jahr hinweg neun Apfel- und vier Birnensorten an. Auch für Allergiker ist etwas dabei. Gemäß den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft verzichtet man auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Stattdessen werden ideale Lebensräume für Nützlinge wie Marienkäfer, Vögel oder Mauerbienen geschaffen. Zahlreiche händische Pflegemaßnahmen wie Baumschnitt und Fruchtausdünnung führen zu großen, schön gefärbten Früchten mit ausgezeichnetem Geschmack.
Hofgeschichte
Der Hof mit dem Hausnamen „Huber am Heuberg“ am nördlichen Rand von Dietach (Asangerstraße 21) ist seit über 300 Jahren in Familienbesitz. 1999 stellten Hoferbin Sabine Mader und ihr Mann Wolfgang auf Biobetrieb um. 2007 wurden die ersten Apfel- und Birnenbäume in Form einer Spalieranlage gepflanzt. Mittlerweile nehmen die Obstgärten sechs Hektar ein, denn der Standort in sonniger Lage am Heuberg erwies sich als ideal. Der Rest der insgesamt 32 Hektar verteilt sich auf 20 Hektar Bio-Äcker und sechs Hektar Wald.
Weitere Infos online: www.biohof-heuberg.at


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