Hund tötete Kater „Winston“ vor den Augen der Katzenbesitzerin

Omer Tarabic Omer Tarabic, Tips Redaktion, 18.07.2019 14:45 Uhr

DORF. Rebecca Appelius musste mitansehen, wie ihr Kater  „Winston“ vom Nachbarshund umgebracht wurde.

Seit Jahren verschwinden in der kleinen Ortschaft Hinterdobl (Gemeinde Dorf an der Pram) Katzen. „Wir sind vor fünf Jahren nach Hinterdobl gezogen. Alleine in diesem Zeitraum sind neun Katzen  verschwunden, das kann doch kein Zufall sein“, so Alfred Müller, der berichtet, dass er und seine Lebensgefährtin Rebecca Appelius bei ihrer Ankunft in Hinterdobl von Nachbarn gewarnt wurden, dass sie – falls sie Katzen besitzen – gut auf diese aufpassen sollen, denn in Hinterdobl verschwinden seit Jahren welche. Bestätigt werden diese Aussagen von Renate Mitter: „Alleine drei meiner Katzen sind in den letzten vier Jahren verschwunden und nie wieder aufgetaucht“.

Hund macht Jagd auf Katzen

Verdächtigt für das Katzensterben wird ein ortsansässiger Jäger. „Sein Hund treibt uns in den Wahnsinn. Er läuft in fremden Gärten herum und hetzt ständig Katzen hinterher“, berichtet Müller, der viele solcher Jagdszenen beobachtete: „Der Jäger ist oft mit dem Quad in seinem Revier unterwegs. Das stellt für uns kein Problem dar, immerhin ist das sein gutes Recht. Das Problem ist, dass sein Hund, sobald er eine Katze sieht, vom Quad herunterspringt und diese jagt. Ich habe solche Jagdszenen live in meinem Garten miterlebt. Unsere Katze konnte sich nur durch einen Sprung auf den Baum retten.“

Auch, dass der Vierbeiner nie an der Leine geführt wird, stößt den Hinderdoblern sauer auf. „Er hat den Hund nie angeleint. Dann sieht dieser eine Katze und weg ist er. Wir wollen auch nicht, dass der Hund in unseren Gärten herumrennt. Es leben auch Kinder hier und wir wissen nicht, ob der Hund vielleicht auch mal diese auch angreift. Wir haben ihn schon oft darauf hingewiesen, dass in Österreich eine Leinenpflicht besteht. Doch ihm ist das egal“, informiert Renate Mitter, ebenfalls aus Hinterdobl. „Wir bekommen immer nur als Antwort, dass er als Jagdschutzorgan dazu verpflichtet sei, gegen alle Katzen, die sich 300 Meter weg vom Grundstück des Besitzers befinden vorzugehen und, dass Katzen Haustiere sind und so auch gehalten werden sollen. Im Haus oder Garten“, so Müller.

Auf frischer Tat ertappt

Eskaliert ist die ganze Situation vor Kurzem, als der Hund, ein Deutsch Drahthaar, auf frischer Tat ertappt wurde, wie er „Winston“, die neunjährige Katze von Rebecca Appelius  umgebracht hat. „Wir waren daheim und dann kam unsere Nachbarin angelaufen und meinte, dass sie gerade gesehen hat, wie der Hund Winston in ihrem Garten gefangen hat und Richtung Herrchen gerannt sei, der sich gerade bei seiner Mutter - unweit des Tatortes - aufhielt. Wir sind sofort alle hingelaufen. Dort sahen wir, wie der Hund die Katze, die nur noch winselte, mit dem Mund festhielt und nicht losließ. Der Besitzer stand daneben und hat es nicht geschafft, dass sein Hund unseren Winston auslässt. Ich habe daraufhin leicht auf den Hund eingeschlagen, aber auch das hat nichts gebracht“, so Müller. Erst nach einer Weile, als die Katze schon fast tot war, hat der Hund die Katze losgelassen.

„In dieser Situation hat man klar gesehen, dass der Hund seinem Herrchen nicht folgt. Das wussten wir schon immer. Ich werde diese schrecklichen Szenen nie vergessen“, berichtet Appelius, die genauso wie ihr Lebensgefährte Alfred Müller und Renate Mitter behauptet, dass der Hund ein Stromband getragen hätte. Diese sind in Österreich jedoch verboten.

Alles Unterstellungen

„Das ist kein Stromband, sondern ein GPS-Fährtenband“, meint der Beschuldigte auf Nachfrage von Tips. Und weiter: „Es tut mir wirklich leid. Ich kann mich nur entschuldigen. Aber mich trifft keine Schuld“. Weiters berichtet der Hundebesitzer, dass sein Hund alle erforderlichen Hundeprüfungen besitzt und zudem als Österreich Sieger ausgezeichnet wurde: „Mein Hund läuft nie frei herum. Wenn ich nicht daheim bin, dann ist er in seinem Zwinger. Nur in meinem Beisein darf er raus“. Laut dem Jäger sei der Hund am besagten Tag bei ihm gewesen: „Ich war bei meiner Mutter und hatte den Hund abgelegt. Er hat dann eine Katze im Maisfeld gesehen und ist ihr nach. Mit ihm ist sein Jagdinstinkt durchgegangen. Sonst läuft er Katzen nie nach. Die Aussagen der Beschuldigten sind so nicht korrekt. Auch springt er nie vom Quad, wenn er eine Katze sieht und läuft auch nicht in fremden Gärten herum. Das sind alles Unterstellungen.“ Dass jetzt das langjährige Verschwinden von Katzen in Hinterdobl ihm zugeschoben werden könnte, ist dem Innviertler klar. „Das würde mich nicht überraschen. Ich möchte jedoch sagen, dass ich dafür nicht verantwortlich bin. Ich bin ein beeidetes Jagdschutzorgan und hätte sogar die Erlaubnis, beziehungsweise bin verpflichtet, gegen streunende Katzen vorzugehen. Doch das mache ich nicht. Außerdem habe ich meine Nachbarn oft darauf hingewiesen, dass ihre Katzen nicht in meinem Revier herumlaufen sollen. Nicht, weil ich sie erschießen will, sondern zum Schutz von Vögeln, Hasen und anderen Kleintieren, die in meinem Revier leben. Ich glaube, dass viele Katzenbesitzer nicht wissen, dass jede Katze, die sich 300 Meter vom Grundstück der Besitzer aufhält, eine Streunerkatze ist“. 

Hund nicht unter Kontrolle

„Wir wurden nie vom Jäger verwarnt oder sonstiges. Sondern immer nur blöd auf unsere Katzen angesprochen. Außerdem hat der Hund Winston im Garten unserer Nachbarn gefangen“, so Appelius, die berichtet, dass vor einigen Jahren, am Tag als ihre erste Katze verschwunden ist, eine Nachbarin einen Schuss gehört hätte. „Wir wissen nicht, ob er das war und wollen ihm das auch nicht unterstellen. Zudem glaube auch nicht, dass er den Hund absichtlich auf die Katzen hetzt. Aber er hat diesen einfach nicht unter Kontrolle. Wenn der Hund angeleint gewesen wäre, dann würde Winston noch leben“, berichten Müller und Appelius.

Für Renate Mitter gibt es nur eine Lösung: „Entweder muss der Hund weg oder der Besitzer befolgt endlich Gesetze und nimmt es mit der Leinenpflicht ernst. Ich habe zwei kleine Katzen und überlege, ob ich sie, wenn sie kastriert sind, überhaupt aus dem Haus lasse. Ich möchte nicht, dass auch sie eines Tages nicht mehr nach Hause kommen.“

Nachspiel

Für Alfred Müller ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen: „Ich und meine Lebensgefährtin werden alles unternehmen, dass er zur Rechenschaft gezogen wird. Die Amtstierärztin und die Bezirkshauptmannschaft haben wir schon eingeschaltet und auch den Tierschutz informiert. Es muss hier eine Lösung her. Es geht hierbei nicht nur um die Katzen. Wir fühlen uns persönlich bedroht, wenn der Hund in unserem Garten herumläuft. Wir können es nicht ausschließen, dass er eines Tages vielleicht auch uns angreift.“

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Kommentare

  1. Maria Bartl
    Maria Bartl25.07.2019 16:33 Uhr

    Hund tötete Kater „Winston“ vor den Augen der Katzenbesitzer - "Wir fühlen uns persönlich bedroht, wenn der Hund in unserem Garten herumläuft. Wir können es nicht ausschließen, dass er eines Tages vielleicht auch uns angreift.“ Ich hoffe, ihr habt eine Chance. Hab Ähnliches durch. Von der BH, vom Oberhaupt usw. absolut keine Hilfe. Es muß erst wieder etwas passieren......Tut mir leid um euer wunderschönes Tier, ich weiß wie der Verlust schmerzt.

  2. Caca
    Caca21.07.2019 08:35 Uhr

    Im Garten / Kein Streuner - Genauer lesen bevor man kommentiert! "Im Garten" Kein Streuner! Das kann und darf nicht sein, dass der Hund in fremden Gärten Katzen tötet!!! Instinkt von Hund, darum liegt es an dem Hundebesitzer, dass er die Gesetze befolgt und den Hund an die Leine nimmt!!!!

  3. SamK
    SamK20.07.2019 20:34 Uhr

    Liebes XY - Dasselbe gilt dann wohl auch für den Hund: Der Haushund (Canis lupus familiaris) ist ein Haustier und wird als Heim- und Nutztier gehalten.

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