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EBENSEE. Verena Preiner sorgte vor kurzem mit ihrem österreichischen Fünfkampf-Rekord – zu diesem Zeitpunkt auch Welt-Jahresbestleistung – für Furore. Die 21-jährige Ebenseerin plauderte mit „Tips“ über ihre sportlichen Ziele, die Anfänge ihrer Karriere, Hobbies und natürlich auch über den Fasching.

Verena Preiner kann ihre Ebensee-Abstammung im Fasching nicht leugnen. Foto: Hörmandinger
Verena Preiner kann ihre Ebensee-Abstammung im Fasching nicht leugnen. Foto: Hörmandinger

Tips: Du hast mit deiner Jahres-Weltbestleistung zum Auftakt der Hallensaison alle überrascht. Hast du selbst mit dieser Leistungsexplosion gerechnet?

Preiner: Nein, in diesem Ausmaß keineswegs. Ich habe auch mich selbst überrascht. Der Start in Linz war eigentlich nur als Saisoneinstieg und Standortbestimmung gedacht. Außerdem: Gleich fünf persönliche Bestmarken kann man nicht planen, das wäre ja geradezu unverschämt. Ich war nach drei Monaten Training sogar ziemlich nervös, aber dafür war dann die Freude über das gute Ergebnis umso größer.

Tips: Wie bist du eigentlich zur Leichtathletik gekommen?

Preiner: Als Kind habe ich meinen Vater zu den verschiedensten Straßen- und Bergläufen im Salzkammergut begleitet, den ein oder anderen Kinderlauf selbst absolviert. Leichtathletik richtig geschnuppert habe ich eines Tages während der Sommerferien. Auf der Suche nach einer sportlichen Betätigung bin ich auf Empfehlung einer Freundin beim Training auf der Union-Leichtathletikanlage gelandet. Und eigentlich nie mehr losgekommen.

Tips: Wie ist deine Beziehung zu deinem Heimatort Ebensee?

Preiner: Ich komme regelmäßig nach Hause. Soweit es mein Terminkalender erlaubt, besuche ich meine Eltern in Ebensee. Mein Verein ist die Union Ebensee, im Sommer trainiere ich ab und zu auf der neurenovierten Sportanlage. Jetzt im Winter absolviere ich beim Heimatbesuch meine Laufeinheiten am Traunseeufer, entlang der Traun, am Offen- oder am Langbathsee. Das entschleunigt im Vergleich zum Stadtleben.

Tips: Wie sieht ein Tagesablauf im Leben einer Spitzen-Leichtathletin aus?

Preiner: Ich habe schon vor einiger Zeit meinen Wohnsitz nach Linz verlegt, wo ich das Lehramt für Mathematik und Biologie studiere. Als Heeressportlerin trainiere ich im Leistungszentrum auf der Gugl. Täglich zwei Mal, jeweils vormittags und nachmittags, sechs bis sieben Mal pro Woche.

Tips: Bleibt dabei überhaupt noch Zeit für Privatleben, Freizeit oder Hobbies?

Preiner: Privatleben muss sein. Dies bildet die Basis für sportliche Erfolge und Höchstleistungen. Für Hobbies wird es neben Spitzensport zeitlich schon knapp. Leichtathletik, vor allem Mehrkampf, ist ein Fulltime-Job. Ein Hobby von mir ist Skifahren. Das ist eine Leidenschaft und hat einen Sonderstatus. Nach der Hallensaison werde ich mir einen Tag Genuss-Skilauf am Feuerkogel gönnen. Mein Trainer hat bereits seine Zustimmung gegeben.

Tips: Wie verbringt eine erfolgreiche Leichtathletin die Ebenseer Nationalfeiertage?

Preiner (lacht): Spitzensport und Fasching vertragen sich nicht wirklich. Früher war ich bei den Faschingsumzügen in Ebensee zumeist als Pritschenmeister mit dabei. Doch das ist schon einige Jahre her. Ich glaube, mein Kostüm hängt noch am Dachboden. Vor vier Jahren war ich zuletzt im Fasching zu Hause und habe den traditionellen Fetzenzug als Zuseherin mitverfolgt.

Tips: Was sind heuer deine sportlichen Ziele?

Preiner: Am Dienstag (nach Redaktionsschluss, Anm. d. Red.)entscheidet sich, ob ich einen Startplatz bei der Hallen-EM von 3. bis 5. März in Belgrad erhalte. Mein persönlicher Fokus liegt auf der U23-Freiluft-EM in Polen im Juli. Da habe ich vor zwei Jahren den vierten Platz belegt. Mein klares Ziel ist eine Medaille.

Tips: Mit Hochspringerin Sigrid Kirchmann hatte Ebensee in den 1980- und 1990iger Jahren eine internationale Topathletin. War die WM-Dritte von Stuttgart ein Vorbild?

Preiner: Ja, auf alle Fälle. Sportlich und menschlich. Sigrid war als erste Ebenseerin bei Olympischen Spielen. Für mich ein Ansporn, dass man es schaffen kann. Wir sind beide Vereinskolleginnen bei der Union Ebensee und haben losen, aber sehr herzlichen Kontakt. Sigrid hat mir sogar in Sachen Hochsprung ihre Unterstützung angeboten. Das hat mich wirklich gefreut.

Tips: Was willst Du Deinen Fans über tips.at ausrichten?

Preiner: Viele Leute freuen sich über meine Erfolge. Ich erhalte Glückwünsche über e-Medien, auch meine Eltern werden darauf angesprochen. Das finde ich wirklich sehr nett. Danke, und drückt mir bitte weiter die Daumen.


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