ASCHACH. „Es gibt eine Umfahrung für Eferding, Pupping und Karling, nur Aschach kriegt eine Durchfahrung“ – im Rahmen eines Runden Tischs mit Beamten des Landes OÖ im vollbesetzten Aschacher Veranstaltungszentrum ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf.
Streitpunkt ist die Anbindung der Umfahrung Eferding an die Aschacher Donaubrücke. Die vom Land geplante Variante führt über die B 131 Bahnhofsstraße. Nicht zuletzt aufgrund der geplanten Erweiterungen der umliegenden Firmen, fürchten die Bewohner in Lärm, Staub und Schmutz zu ersticken. Mittels Bürgerantrag der Bürgerinitiative rund um Friedrich Rausch und Othmar Pichler wurde deshalb dieser Runde Tisch einberufen. „Dass das Thema brennt, sieht man am großen Interesse der Besucher. Unsere Wünsche sind bekannt, ob sie realisierbar sind, werden wir sehen“, betonte Bürgermeister Fritz Knierzinger gleich zu Beginn. Programmschwerpunkt war die Untersuchung der drei von der Gemeinde zusätzlich vorgeschlagenen Umfahrungsvarianten südlich des Industriegebietes. Die Riege mit Vertretern aus Grundwasser, Naturschutz und Forstwirtschaft rund um Günther Knötig, Direktor für Straßenbau und Verkehr, legte ihre mit entsprechenden Argumenten unterlegten Sichtweisen dar. Keine Chance auf Genehmigungsfähigkeit hätten die drei Varianten aus Sicht des Grundwasserschutzes, da alle drei durch das Schutzgebiet führen. Auch in Sachen Naturschutz würde die Standardvariante am wenigsten Auswirkungen haben. „Das Wohl von Wasser, Forst und Umwelt wird miteinbezogen, aber wo bleibt der Mensch?“, argumentierten die Besucher dagegen. Um den Bewohnern die Variante über die Bahnhofsstraße schmackhafter zu machen, wurde eine mögliche Lärmschutzmaßnahme präsentiert. Derzeit sei eine Schutzwand, um das nördlich gelegene Wohngebiet abzuschirmen, aus Platzgründen nicht möglich, es bestehe aber die Möglichkeit, die Bahnhofsstraße bis zu acht Meter gen Süden zu schwenken. Dies würde eine durchgehende, bis zu drei Meter hohe Lärmschutzwand von der Billingerstraße bis zur Stelzhamerstraße ermöglichen. Die nördlichen Zufahrten ins Wohngebiet wären dann nur mehr über die Begleitstraße möglich. „Wir wollen für die Bahnhofsstraße einen wirkungsvollen Lärmschutz schaffen und laden die Bewohner ein, sich dieses Schutzkonzept mit uns genauer anzuschauen“, so Knötig. Eine Detailplanung für den Schwenk gäbe es aber noch nicht, auch sei noch nicht mit den Grundeigentümern verhandelt worden. In der anschließenden Diskussion brachte unter anderem der Initiator der Bürgerinitiative Friedrich Rausch noch einmal die Ängste und Sorgen der Bewohner vor.Gleichzeitig stellte er auch eine von ihm ausgearbeitete Umfahrungsvariante vor, die von den Beamten des Landes zur Prüfung mitgenommen wurde. Die Gemeinderatsfraktionen stehen nach wie vor zu der von ihnen vorgeschlagenen Variante der Umfahrung südlich der Industriebetriebe und erwarten sich von den Landespolitikern, von denen keiner anwesend war, eine für die Bewohner positive Entscheidung.
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