Kronbergerhof in Scharten: Trockenheit setzt Äpfeln und Birnen zu
SCHARTEN. Die Trockenheit hat im Obstbau deutliche Spuren hinterlassen. Besonders bei Äpfeln und Birnen sind kleinere Früchte und geringere Erträge zu erwarten. Bei manchen Apfel- und Birnensorten, beispielsweise bei der Williams-Birne, ist der Ertrag um 50 Prozent geringer, berichtet Georg Roithmeier vom Kronbergerhof in Scharten.

Bei einem Betriebsbesuch am Kronbergerhof betonte Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger die Bedeutung des Obstbaus für die Kulturlandschaft, eine gesunde Ernährung, die regionale Wertschöpfung und den Klimaschutz aufgrund der kurzen Wege. „Das Obst wächst quasi vor der Haustür“, sagt Waldenberger. „Durch die vielen Sonnenstunden konnten sich Aroma, Süße und Geschmack des Tafelobstes besonders gut entwickeln. Die Früchte sind zwar oft etwas kleiner als in niederschlagsreicheren Jahren, überzeugen aber durch ihre hohe Genussqualität.“
Trockenheit und Hitze
Die Auswirkungen von Trockenheit und Hitze unterscheiden sich je nach Kultur, Anlagenform und Lage. Während Kirschen und Marillen heuer eine gute Ernte ermöglichten, werden beim Kernobst teilweise Schäden von 50 Prozent und mehr erwartet. Sonnenbrand, zu kleine Früchte, die die Anforderungen des Lebensmittelhandels nicht erfüllen, sowie Baumausfälle, besonders in jungen Anlagen, zählen zu den Problemen. Die Langzeitfolgen der Dürre sind zudem nicht abschätzbar.
In Oberösterreich gibt es rund 320 Erwerbsobstbaubetriebe. Sie bewirtschaften rund 1.320 Hektar Fläche. Das sind etwa drei Prozent weniger als vor drei Jahren.
Renaissance der Birne
340 Hektar und damit der größte Anteil entfallen auf den Apfelanbau. Birnen werden derzeit auf rund 54 Hektar angebaut. Damit ist die Fläche in den letzten zehn Jahren um rund 30 Prozent gestiegen. „Die Birne erlebt eine Renaissance“, bestätigt Andreas Hoffelner, Obmann der Sektion Obst der Gemüse-, Erdäpfel- und Obstbauern Oberösterreich. „Die heurigen Birnen überzeugen trotz der Trockenheit mit ausgezeichnetem Geschmack, einer feinen Süße und hoher Qualität.“ In Oberösterreich werden 30 verschiedene Birnensorten angebaut.
Die zunehmenden Trockenperioden erhöhen den Bewässerungsbedarf im Obstbau. Besonders junge Anlagen sind gefährdet, weil ihre Wurzelsysteme noch nicht tief genug entwickelt sind. Die Landwirtschaftskammer fordert den Ausbau regionaler Bewässerungsinfrastrukturen und Leitungsnetze sowie eine stärkere Nutzung vorhandener Wasserspeicher.
Herausforderungen
Weitere Herausforderungen sieht Waldenberger im internationalen Wettbewerbsdruck. Hohe Sozial-, Umwelt- und Qualitätsstandards sowie höhere Lohnkosten würden den Bauern den Wettbewerb mit Importen aus Regionen mit niedrigeren Arbeitskosten erschweren. „Wir fordern eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten für Saison- und Erntearbeitskräfte auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau. Für einen fairen Wettbewerb braucht es Importregelungen, die die gleichen Standards für alle Marktteilnehmer sicherstellen“, betont der Landwirtschaftskammer-Präsident. Zudem fordert Waldenberger Förderungen für Neuanlagen, Erneuerungen, Hagelnetze und Bewässerungsmaßnahmen.
Seit 1734 im Familienbesitz
Der Kronbergerhof der Familie Roithmeier befindet sich seit 1734 in Familienbesitz. Auf dem Hof werden unter anderem Äpfel, Birnen, Kirschen, Weichseln, Marillen, Nektarinen, Zwetschken, Quitten und Tafeltrauben angebaut. „Zudem haben wir Feigen und Maroni im Versuchsstadium“, erklärt Roithmeier. Das Obst wird teilweise direkt am Hof verarbeitet. Daraus entstehen unter anderem Säfte, Nektare, Most, Cider, Frizzante, Destillate, Liköre, Marmeladen, Gelees, Apfelchips und Essig. Beim Kernobst werden 75 Prozent über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet. Der Rest wird direkt verkauft, beispielsweise über den Hofladen oder auf Bauernmärkten.








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