„Jodlhut“ aus Hartkirchen im Linzer Schlossmuseum zu bestaunen
HARTKIRCHEN/LINZ. Das Linzer Schlossmuseum gibt auf über 10.000m2 Ausstellungsflächen einen umfangreichen Einblick in die Natur-, Kultur- und Kunstgeschichte Oberösterreichs vom Beginn des Lebens bis ins 21. Jahrhundert.

Die Dauerausstellungen, im historischen Schloss wie im neuen Südtrakt, sind breit gefächert. Sie reichen von der Erdgeschichte bis zur Zeitgeschichte und geben spannende Einblicke in ein vielfältiges Sammlungsspektrum.
Das Oberösterreichische Landesmuseum, mit seinen 12 Standorten, bewahrt, beforscht und zeigt als Schatzkammer Oberösterreichs Besonderheiten aus Kultur, Kunst und Natur. Viele Objekte haben dabei besonderen Bezug zu konkreten Regionen und Gemeinden unseres Bundeslandes.
Zu den Kostbarkeiten der Trachtenbestände des Oö. Landesmuseums zählt dieser einzige original erhaltene „Jodlhut“ aus der Zeit der Bauernkriege in Oberösterreich um 1626. Dieser Männerhut, „Jodlhut“ oder „Spitzhuetl“ genannt, stammt aus dem Hohenederhaus in der Pfarre Hartkirchen. Er ist aus dunkelbraunem Filz gefertigt und die bis zu 13 cm breite Krempe ist rundherum aufgebogen, hinten höher als vorne. Er wurde dem Oberösterreichischen Landesmuseum im Jahre 1874 geschenkt und stellt eine der größten historischen Kostbarkeiten dar.
Spitze Filzhüte wurden im ganzen Alpenraum schon im 16. Jahrhundert von der untersten Bevölkerungsschicht gerne getragen. Auf den Flugblättern und Gemälden wurde der Hut als verbindendes und kennzeichnendes Merkmal der aufständischen Bauern bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Der Name „Jodlhut“ verweist auf den Alarmruf im Bauernkrieg, der da lautete „Der Jodl is lödig!“, was bedeutet: „Der Stier ist los“. In der 21. Strophe des Stefan-Fadinger-Liedes zum Sturm auf Linz in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1626 heißt es: „... laufft sturm an umnd tuet schreyen, drauff Jodl, mein Jodl, lauff Jodl, mein Jodl, sechstausend seyndt schon drinnen, springt eilents fein munder, in Graben hinunder.“ So darf dieser Hut auch als einzigartiges Zeugnis der Bauernkriege und politisches Symbol gewertet werden.


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