Schwierige Zeiten für Eferdinger Erdbeerbauern

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Lisa Hackl Lisa Hackl, Tips Redaktion, 12.05.2020 17:19 Uhr

EFERDING. Dürre, Frost und fehlende Erntehelfer machten den Bauern der Region in dieser Saison bislang zu schaffen. Tips hat nachgefragt, wie die Prognose für die Erdbeerernte in diesem Jahr aussieht.

„Ich konnte schon nicht mehr schlafen“, sagt Rudolf Wiesmayer vom Meindlhumerhof in Scharten. Die Vorbereitung auf die Erntesaison war stressig für die Eferdinger Obst- und Gemüsebauern. Nachdem aufgrund der Corona-Situation um die erprobten Erntehelfer aus dem Ausland gebangt wurde, kamen in den letzten Wochen noch späte Frostnächte und wenig Niederschlag hinzu. Letzte Woche trafen die ersten Sonderflüge mit Erntehelfern aus der Ukraine ein. „Viele unserer Mitarbeiter sind seit 15 bis 20 Jahren jede Saison am Hof,“ erzählt Wiesmayr. Auf den beiden Betrieben der Familie Wiesmayr sind in Spitzenzeiten bis zu 70 Erntehelfer beschäftigt. Sie alle neu einzulernen wäre nicht möglich. „Zurzeit sind etwa 30 der Arbeiter da, das reicht für die ersten Ernten, sobald die Kirschen und Gurken reifen, ist das aber zu wenig“, so Wiesmayr.

Engpass bei Erntehelfern

Auch Bernhard Aichinger aus Prambachkirchen sieht einen weiteren Engpass bei den Erntehelfern auf sich zukommen: „Für die nächsten drei Wochen haben wir genug Personal, danach wird es wieder schwieriger“, meint Aichinger. Die Erntehelfer werden vor allem zur Bewässerung der Kulturen und zur Ernte des ersten reifen Spargels und von Erdbeeren benötigt. „Vor allem für den Handel und in größeren Betrieben müssen wir mit unseren Stammleuten arbeiten“, meint Aichinger. Er bekomme die Ware zurückgeworfen, wenn sie nicht den Qualitätsansprüchen genüge. Bislang sehen die Prognosen verhalten aus. „Es wird kein gutes Ernetejahr für Obstkulturen“, meint Aichinger.

Dürre und Frost

Schuld daran ist nicht zuletzt auch das Wetter. Nachdem Anfang April einige Tage hintereinander starker Frost das Eferdinger Becken durchzog, folgten danach einige Wochen mit wenig Niederschlag. „Wir haben starke Frostschäden und können dieses Jahr nur mit einer verhaltenen Ernte rechnen“, meint Rudolf Wiesmayr. Erdbeeren würden in diesem Frühjahr Mangelware bleiben.

Appell zum regionalen Einkauf

In ihrer traditionellen Pressekonferenz zum Erntestart 2020 zeigten sich Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Efko-Geschäftsführer Klaus Hraby und der Obmann des Verbands der Obst- und Gemüseproduzenten Oberösterreich Ewald Mayr zufrieden mit der ersten Landung der Erntehelfer.

Positiver auf Corona getestet

Ein Erntehelfer sei positiv auf das Corona-Virus getestet worden, er befinde sich zurzeit in Quarantäne. 19 weitere Erntehelfer müssten ebenfalls die nächsten zwei Wochen isoliert verbringen. Aus der Ukraine werden in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Erntehelfer erwartet, problematischer ist die Situation im Kosovo. Da die österreichische Botschaft geschlossen ist, können die Erntehelfer nicht ausreisen. „Es geht dabei um vielleicht 200 Leute, aber diese sind so erfahren, dass nur sie die Bauern entlasten und die Qualität der Ernte sicherstellen können,“ meint Ewald Mayr. Landesrat Hiegelsberger appelliert an Landwirtschaft, Handel und Konsumenten, um regionale Lebensmittel durch faire Preise sicherzustellen.

Sicherheitsbestimmungen

Für die Erntehelfer gelten zurzeit die selben Sicherheitsbestimmungen wie in anderen Betrieben. Regelmäßige Desinfektion und das Tragen von Masken bei der gemeinsamen Anfahrt aufs Feld gehören dazu. „Auf dem Feld müssen keine Masken getragen werden“, erklärt Wiesmayr, „die Erdbeerreihen werden mit Sicherheitsabstand abgeerntet.“ Für die nächsten Wochen kann das schwieriger werden. „Wie der Sicherheitsabstand auf dem Gurkenflieger eingehalten werden kann, werden uns hoffentlich bald die Behörden sagen“, meint Wiesmayr.

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