Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

EFERDING. Dürre, Frost und fehlende Erntehelfer machten den Bauern der Region in dieser Saison bislang zu schaffen. Tips hat nachgefragt, wie die Prognose für die Erdbeerernte in diesem Jahr aussieht.

Rudolf Wiesmayr (rechts) und seine Familie. Foto: Wiesmayr
Rudolf Wiesmayr (rechts) und seine Familie. Foto: Wiesmayr

„Ich konnte schon nicht mehr schlafen“, sagt Rudolf Wiesmayer vom Meindlhumerhof in Scharten. Die Vorbereitung auf die Erntesaison war stressig für die Eferdinger Obst- und Gemüsebauern. Nachdem aufgrund der Corona-Situation um die erprobten Erntehelfer aus dem Ausland gebangt wurde, kamen in den letzten Wochen noch späte Frostnächte und wenig Niederschlag hinzu. Letzte Woche trafen die ersten Sonderflüge mit Erntehelfern aus der Ukraine ein. „Viele unserer Mitarbeiter sind seit 15 bis 20 Jahren jede Saison am Hof,“ erzählt Wiesmayr. Auf den beiden Betrieben der Familie Wiesmayr sind in Spitzenzeiten bis zu 70 Erntehelfer beschäftigt. Sie alle neu einzulernen wäre nicht möglich. „Zurzeit sind etwa 30 der Arbeiter da, das reicht für die ersten Ernten, sobald die Kirschen und Gurken reifen, ist das aber zu wenig“, so Wiesmayr.

Engpass bei Erntehelfern

Auch Bernhard Aichinger aus Prambachkirchen sieht einen weiteren Engpass bei den Erntehelfern auf sich zukommen: „Für die nächsten drei Wochen haben wir genug Personal, danach wird es wieder schwieriger“, meint Aichinger. Die Erntehelfer werden vor allem zur Bewässerung der Kulturen und zur Ernte des ersten reifen Spargels und von Erdbeeren benötigt. „Vor allem für den Handel und in größeren Betrieben müssen wir mit unseren Stammleuten arbeiten“, meint Aichinger. Er bekomme die Ware zurückgeworfen, wenn sie nicht den Qualitätsansprüchen genüge. Bislang sehen die Prognosen verhalten aus. „Es wird kein gutes Ernetejahr für Obstkulturen“, meint Aichinger.

Dürre und Frost

Schuld daran ist nicht zuletzt auch das Wetter. Nachdem Anfang April einige Tage hintereinander starker Frost das Eferdinger Becken durchzog, folgten danach einige Wochen mit wenig Niederschlag. „Wir haben starke Frostschäden und können dieses Jahr nur mit einer verhaltenen Ernte rechnen“, meint Rudolf Wiesmayr. Erdbeeren würden in diesem Frühjahr Mangelware bleiben.

Appell zum regionalen Einkauf

In ihrer traditionellen Pressekonferenz zum Erntestart 2020 zeigten sich Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Efko-Geschäftsführer Klaus Hraby und der Obmann des Verbands der Obst- und Gemüseproduzenten Oberösterreich Ewald Mayr zufrieden mit der ersten Landung der Erntehelfer.

Positiver auf Corona getestet

Ein Erntehelfer sei positiv auf das Corona-Virus getestet worden, er befinde sich zurzeit in Quarantäne. 19 weitere Erntehelfer müssten ebenfalls die nächsten zwei Wochen isoliert verbringen. Aus der Ukraine werden in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Erntehelfer erwartet, problematischer ist die Situation im Kosovo. Da die österreichische Botschaft geschlossen ist, können die Erntehelfer nicht ausreisen. „Es geht dabei um vielleicht 200 Leute, aber diese sind so erfahren, dass nur sie die Bauern entlasten und die Qualität der Ernte sicherstellen können,“ meint Ewald Mayr. Landesrat Hiegelsberger appelliert an Landwirtschaft, Handel und Konsumenten, um regionale Lebensmittel durch faire Preise sicherzustellen.

Sicherheitsbestimmungen

Für die Erntehelfer gelten zurzeit die selben Sicherheitsbestimmungen wie in anderen Betrieben. Regelmäßige Desinfektion und das Tragen von Masken bei der gemeinsamen Anfahrt aufs Feld gehören dazu. „Auf dem Feld müssen keine Masken getragen werden“, erklärt Wiesmayr, „die Erdbeerreihen werden mit Sicherheitsabstand abgeerntet.“ Für die nächsten Wochen kann das schwieriger werden. „Wie der Sicherheitsabstand auf dem Gurkenflieger eingehalten werden kann, werden uns hoffentlich bald die Behörden sagen“, meint Wiesmayr.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Jubelpaare beim Tag der Tracht in Stroheim geehrt

Jubelpaare beim Tag der Tracht in Stroheim geehrt

STROHEIM. Die Goldhauben- und Kopftuchgruppe Stroheim gestaltete zu Mariä Himmelfahrt wieder den „Tag der Tracht“. Im Mittelpunkt standen ...

Tips - total regionalKatharina Bocksleitner
„Farm is Table“ brachte Genuss direkt auf einen Acker in Pupping

„Farm is Table“ brachte Genuss direkt auf einen Acker in Pupping

PUPPING. Erstmals in Europa wurde das Veranstaltungsformat „Farm is Table“ umgesetzt: Der Biohof Achleitner und die Initiative Gaumen Hoch ...

Tips - total regionalKatharina Bocksleitner
Spaziergang in Haibach für Menschen in Trauer

Spaziergang in Haibach für Menschen in Trauer

HAIBACH OB DER DONAU. Das Mobile Hospiz des Roten Kreuzes Eferding lädt am Freitag, 18. September, zu einem begleiteten Spaziergang für Menschen ...

Tips - total regionalKatharina Bocksleitner
Bunte Fußspuren für einen sicheren Schulweg in Alkoven

Bunte Fußspuren für einen sicheren Schulweg in Alkoven

ALKOVEN. Im Rahmen des Ferienprogramms gestalteten Alkovener Kinder wichtige Stellen im Ortszentrum mit bunten Fußspuren. Die Aktion des Bildungsausschusses ...

Tips - total regionalKatharina Bocksleitner
Schartner Kinder erkundeten den Wald

Schartner Kinder erkundeten den Wald

SCHARTEN. Die Jagdgesellschaft Scharten lud im Rahmen des Ferienpasses 25 Kinder zu einem Vormittag im Revier ein. Dabei erfuhren die jungen ...

Tips - total regionalKatharina Bocksleitner
Schartner Verein organisiert Therapiewoche für Familien mit seltener Erkrankung

Schartner Verein organisiert Therapiewoche für Familien mit seltener Erkrankung

SCHARTEN. Der Verein MPS Austria mit Sitz in Scharten ermöglichte Familien mit von Mukopolysaccharidose (MPS) betroffenen Angehörigen eine ...

Tips - total regionalKatharina Bocksleitner
Weitere Beiträge