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HAIBACH. Während der Schwangerschaft zu ihrer Tochter entdeckte Sandra Straßl ihre Liebe zum Nähen. Unter dem Label SA-Fashion stellt sie seitdem Kinder- und Babymode auf Bestellung her.  

Sandra Straßl hat sich ein Kleingewerbe aufgebaut und stellt Kinder- und Babymode her. (Foto: Privat)

„Während meiner Schwangerschaft habe ich begonnen, mich mit nachhaltigen Materialien zu beschäftigen“, erzählt Straßl. „Früher habe ich Handarbeiten gehasst, aber ich wollte Baby­kleidung für meine Tochter selber nähen.“ Sie begann, erste Kleidungsstücke herzustellen und absolviert schließlich einen Kurs zur Kleidermacherin mit eingeschränktem Gewerbe. Damit kann sie mit vorgegebenen Schnittmustern eigene Kreationen aus Stoff zaubern, sie spezialisiert sich auf Kindermode. Inzwischen sind auch Stoffverkauf und Nähworkshops dazugekommen. „Nähen verbindet für mich individuelle Gestaltung und Kreativität“, erzählt die gelernte Reisebürokauffrau.

„Es darf nicht handgemacht aussehen“

Ihr eigener Perfektionismus ist für die Haibacherin eine große Bereicherung: „Bei mir darf nichts wie handgemacht aussehen, ich will sauber arbeiten und möchte jeden Vorgang immer mehr perfektionieren. Mittlerweile befinden sich vier Nähmaschinen in Straßls Arbeitszimmer, neue Stoffe und Arbeitsmaterialien kommen regelmäßig dazu, je nach Saison und Trend entstehen neue Projekte.

Eigener Druck

„Es gibt keinen Tag mehr, an dem ich nicht nähe“, beschreibt Straßl ihren Tagesablauf. Bis zu sechs Stunden täglich verbringt sie vor der Nähmaschine, abends werden Anfragen beantwortet und Bestellungen angenommen. „Das Schwierige ist, sich dabei selbst zu bremsen“, so die 36-Jährige. Sie habe lernen müssen, das Handy auch auszuschalten und sich bewusst Zeit für ihre Tochter zu nehmen. „Es muss nicht alles zu jedem Preis sein“, erklärt sie.

Hart umkämpfte Branche

Der Konkurrenzdruck ist groß, gerade in der Kinder- und Babymode gibt es viele Anbieter. Dennoch entschloss sich Straßl dazu, ihr Wissen weiterzugeben. In Form von eintägigen Nähkursen lässt sie auch andere an ihrem Können teilhaben. Die Teilnehmer dürfen sich ein Nähprojekt aussuchen und lernen auf ihrer eigenen Nähmaschine es umzusetzen, Vorkenntnisse sind dabei nicht nötig. „Ich habe oft gehört, dass ich mir damit meine eigene Konkurrenz heranziehe, aber ich finde die gemeinsamen Nähnachmittage sehr angenehm“, erklärt Straßl. Ihr Kleingewerbe hat sie selbst finanziert, wirtschaftliches Denken, Kalkulation und Planung sind die wichtigsten Eigenschaften für die Selbstständigkeit.

Nachhaltigkeit

Ein großes Thema in Straßls Arbeit ist Nachhaltigkeit. „Alle meine Stoffe sollen öko-zertifiziert sein.“ Mitwachsende Schnitte sind für Straßl ein großes Thema. „So kann eine Jacke über mehrere Saisonen getragen werden“, erklärt sie. Ihre eigene Tochter trägt allerdings nicht nur Mamas Projekte. „Zum Spielen darf es auch etwas weniger Schickes sein, ein Kind soll auch noch Kind sein dürfen“, erklärt Straßl.


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