Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

EFERDING. Mit Beginn des neuen Jahres erfolgte die kirchenrechtliche Gründung der fünf neuen Pfarren Urfahr, Braunau, Ennstal, Schärding und Eferdinger Land. In den Pfarren Urfahr und Eferdinger Land wurden am vergangenen Wochenende die Pfarrer und Pfarrvorstände feierlich in ihr Amt eingeführt.

  1 / 2   Festgottesdienst zur Amtseinführung mit Bischof Manfred Scheuer in der Pfarrkirche in Eferding (Foto: Michaela Frank)

Die neue Pfarre Eferdinger Land (früher: Dekanat Eferding) besteht aus den zehn Pfarrgemeinden Alkoven, Aschach an der Donau, Eferding, Haibach ob der Donau, Hartkirchen, Maria Scharten, Prambachkirchen, Schönering, St. Marienkirchen an der Polsenz und Stroheim. Geleitet wird sie von Pfarrer Klaus Dopler, Pastoralvorstand Helmut Eder und Verwaltungsvorständin Sylvia Stockhammer von ihrem gemeinsamen Pfarrbüro in Eferding aus.

Den Festgottesdienst zur Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorstände feierte Bischof Manfred Scheuer am vergangenen Sonntag, um 9 Uhr, in der Pfarrkirche in Eferding mit den Gläubigen – für den Bischof ein „Heimspiel“, liegt doch seine Heimatgemeinde Haibach ob der Donau im Gebiet der neuen Pfarre. Die Messe stand unter dem Thema „Mit Gottes Segen das Neue wagen“. Gekommen waren Vertreter aller zehn Pfarrgemeinden, Mitglieder der pastoralen Orte – Kloster Dachsberg, Shalomkloster Pupping, Institut Hartheim, Bezirksseniorenheim Eferding – und der Vereine sowie Persönlichkeiten aus dem politischen Leben.

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst mit Liedern aus dem Gesangsbuch „Gotteslob“, gesungen von einem Projektchor aus etwa 80 Sänger aus den zehn Pfarrgemeinden unter der Leitung von Ulrike Koblmüller – ein Symbol für die Vielstimmigkeit der neuen Pfarre Eferdinger Land. An der Orgel musizierte Michaela Deinhammer.

Beim Festgottesdienst bekundeten die Ernannten – Pfarrer und Pfarrvorstände – vor Bischof Manfred Scheuer und der versammelten Feiergemeinde ihre Bereitschaft, die Pflichten dieser Ämter auf sich zu nehmen: So versprachen sie, die Pfarre Eferdinger Land umsichtig zu leiten, in ihr die Grundvollzüge von Kirche lebendig zu halten, dafür zu sorgen, dass die frohe Botschaft des Evangeliums zeitgemäß verkündet wird, Arme und Bedrängte in die Mitte der Gemeinschaft zu stellen, an Freud und Leid der Menschen Anteil zu nehmen und mit Wertschätzung sowie im Dienst an der Einheit mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden und pastoralen Orten zusammenzuarbeiten und dabei Bischof Scheuer gegenüber loyal zu sein.

Bischof Scheurer: „Wir verdanken den Ehrenamtlichen unschätzbare soziale, caritative, kirchliche und auch wirtschaftliche Werte“

Bischof Manfred Scheuer betonte in seiner Predigt, es brauche mehr denn je lebendige und belastbare Gemeinschaften – Familien, Freundschaften, Pfarrgemeinden, Vereine und soziale Initiativen. Diese „tragenden Gemeinschaften“ müssten gestärkt werden, auch von der Kirche. Scheuer: „Nichts scheint angesichts der Bedrängnisse unserer Zeit wichtiger zu sein, als das Verbindende zu suchen und zu stärken. Solidarität ist aktueller denn je. Solidarität brauchen jene Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, jene Menschen, die vor Krieg und Terror flüchten, jene Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft stehen. Diese Solidarität wird in vielerlei Hinsicht in unserem Land bereits gelebt, das macht mich dankbar und auch zuversichtlich.“

„Es braucht eine Grundsympathie und keine Konkurrenz“

Bischof Scheuer dankte allen, „die das Miteinander in den Pfarrgemeinden und in der Pfarre Eferdinger Land mitgebaut und gestaltet haben und die sich mit Herzblut einbringen. Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die das Leben in den Grundvollzügen Glaube, Hoffnung und Liebe tragen und gestalten.“ Es brauche in der Kirche ein Wohlwollen füreinander und eine Grundsympathie, denn ohne diese Grundsympathie würden Gemeinschaft und Einheit verloren gehen: „Wenn es in einer Pfarrgemeinde einen lebendigen Familiengottesdienst gibt, können sich alle mitfreuen. Wenn im Institut Hartheim Lebensfreude und Freundschaft gelebt wird, dann seid ihr am Evangelium dran. Wenn der Abschied von vertraut gewordenen Menschen anderen weh tut, dann geht das auch uns an. Wenn eine Gemeinde Hilfe braucht, dann denken die Nachbarn mit. Es braucht eine Grundsympathie und keine Konkurrenz, auch keinen Neid, ein Mitdenken der jeweils anderen, ein Aufeinander-Schauen.“

Eigene Ideen mit der Nächstenliebe verbinden

Bischof Manfred Scheuer dankte zudem „für die hohe und ausgeprägte Kultur der Freiwilligkeit in den Gemeinden und Pfarren“. Ehrenamtlicher Einsatz biete die Möglichkeit, die Entwicklung eigener Ideen und Initiativen mit der tätigen Nächstenliebe zu verbinden und als Individuum in eine tragende Gemeinschaft eingebunden zu sein. Der Bischof sprach allen engagierten Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern („Das freiwillige Engagement von Kindern ist gewaltig – denken wir nur an die Sternsingeraktion der Jungschar in Österreich“) seinen Dank aus. Scheuer sagte weiters: „Wir verdanken den Ehrenamtlichen unschätzbare soziale, caritative, kirchliche und auch wirtschaftliche Werte.“ Gerade junge Menschen würden sich danach sehnen, dass ihre Fähigkeiten und Talente „geweckt und entdeckt“ würden.

„Ich brauche dich, Du kannst das, wie gut tut uns diese Ansprache und wie tief mündet diese Ansprache in den Tiefen unseres Glaubens, in den Aussagen Jesu. Er hat Menschen persönlich angesprochen und sie haben sich mit ihm auf den Weg gemacht. Sich ansprechen zu lassen, sich zu entscheiden und dann ohne Frage nach dem Profit einen Weg zu gehen – diese Haltung hinterlässt oft heilige und heilende Spuren“, so Scheuer.

Nach der Predigt von Bischof Scheuer bekannten Pfarrer Klaus Dopler, Pastoralvorstand Helmut Eder und Verwaltungsvorständin Sylvia Stockhammer ihren Glauben. Scheuer erklärte dabei die Rechtmäßigkeit des Amtsantritts. Vertreter aus den Pfarrgemeinderäten, Seelsorgeteams und pastoralen Orten der zehn Pfarrgemeinden drückten dem Pfarrer und den beiden Pfarrvorständen per Handschlag ihre Verbundenheit und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit zum Wohl der ganzen Pfarre aus. Abschließend segnete Bischof Scheuer die Neubestellten für ihren Dienst.

„Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem Liebe“

Am Ende des Gottesdienstes richtete der Pfarrer von Eferdinger Land, Klaus Dopler, das Wort an die Feiergemeinde. Er betonte, die Pfarrstrukturreform sei „der Versuch einer Antwort auf die großen Veränderungen in Gesellschaft und Kirche, die ja nicht nur personeller und finanzieller Natur sind, sondern viel weiter reichen“. Pionier zu sein, bedeute, Bahnbrecher, Vorkämpfer, Wegbereiter zu sein – vieles sei dabei noch ungewiss oder bedürfe noch der Klärung. Dopler: „Wir dürfen auf ein wertvolles Glaubensleben in den Pfarrgemeinden setzen, mit dem wir gemeinsam weitergehen möchten. Dabei gilt: Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem Liebe.“

Als Leitmotiv nannte Dopler einen Satz des Konzilspapstes Johannes XXIII.: „Wir sind nicht auf Erden, um ein Museum zu hüten, sondern einen Garten zu pflegen, der von blühendem Leben strotzt und für eine schöne Zukunft bestimmt ist.“ Doppler ergänzte: „Wir haben eine tolle, lebendige, hilfreiche Botschaft, wir haben Gemeinden, in denen der Geist wirkt. Das gilt es aufzugreifen, dem gilt es Raum zu geben. Wir wollen immer der Frage nachgehen: Sind wir in der Spur Jesu, dient es dem Leben, dient es der Liebe? In diesem Sinne freue ich mich auf ein gutes, konstruktives, geistvolles Miteinander. Wagen wir mit Gottes Segen das Neue“, so der Pfarrer von Eferdinger Land.

Bürgermeister Penn: „Gelebtes Christentum gehört zur DNA unserer Region und unserer Stadt“

Stellvertretend für die politischen Vertreter der Pfarre Eferdinger Land überbrachte der Bürgermeister der Stadt Eferding Christian Penn gute Wünsche für die neue Pfarre. Das ehemalige Dekanat Eferding sei in den letzten Jahren immer vorne dabei gewesen, wenn es galt, Neues zu wagen. Die Menschen in der Region würden gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur wahrnehmen, sondern auch ernst nehmen. Auch die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Gruppen und Vereinen und den Kommunen zeichne die Pfarrgemeinden in der Region in besonderer Weise aus. „Gelebtes Christentum, auch im Geist der Ökumene und des interreligiösen Dialogs, gehört zur DNA unserer Region und unserer Stadt“, so der Eferdinger Bürgermeister.

Penn bedankte sich auch im Namen der Bürgermeister der Region für das ehrenamtliche Engagement, das täglich in den einzelnen Pfarrgemeinden geleistet werde. „Vielen Menschen in unserer Region ist die positive Weiterentwicklung unserer Kirche ein wichtiges Anliegen. Sie wollen mit ihren Sorgen und Anliegen ernst genommen werden, nicht nur von den Seelsorgern vor Ort, sondern auch von der Leitung der Kirche im Gesamten.“

Penn wünschte dem Pfarrer, den Pfarrvorständen, allen Seelsorgern und Mitarbeitern der neuen Pfarre „den Mut, Neues, Ungewöhnliches zu wagen und sich weiterhin einzusetzen für ein lebendiges Christentum – ein Christentum, das sich zeigt in Toleranz und Offenheit gegenüber den Freuden und Sorgen der Menschen in unserer Region und das geprägt ist von Nächstenliebe und Solidarität und so den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und unserer Region weiterhin stärkt“.

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden