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Mehr Wettbewerbsfähigkeit bei der Einstellung von Erntehelfern

Gertrude Paltinger, BSc, 23.09.2024 15:45

OÖ/EFERDING. Saison-Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gehören attraktiviert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Politik will Schwerpunkte setzen. Reformen braucht es auch für die Eferdiger Bauern.

Die heimischen Gemüsebauern brauchen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel um die regionale Versorgung sicherzustellen. (Foto: Symbolfoto: Volker Weihbold)

Der Fachkräftemangel ist auch in der Landwirtschaft spürbar, besonders wo viel Handarbeit gefragt ist, wie zum Beispiel beim Gemüseanbau im Eferdinger Raum. Die Vorsitzende der Landesagrarreferentenkonferenz, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig bekennen sich zu einer Attraktivierung der Saisonier-Arbeitsplätze, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Hohe Lohnnebenkosten

Deshalb soll es in Zukunft Schwerpunkte geben: Bedarfsorientierte Saisonier-Kontingente aus Drittstaaten soll es geben und das Ersatzkräfteverfahren innerhalb der Kontingente soll abgeschafft werden. Umsetzen will man auch Visa-ähnliche Dokumente mit mehrjähriger Gültigkeit für Saisoniers. Außerdem soll es sozialversicherungsrechtliche Erleichterungen geben, damit den Saisonarbeitskräften mehr Netto vom Brutto bleibt. Gerade hier ist Österreich gegenüber Deutschland im Nachteil, wo die Erntehelfer unfall-, aber nicht kranken- und pensionsversichert sind und somit mehr bekommen. So fordert efko-Geschäftsführer Klaus Hraby (Hinzenbach) eine Gleichstellung mit Deutschland.

„Unser Ziel muss es sein, die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen für Saisoniers in ganz Europa auf ein einheitlich hohes Niveau zu bringen“, meint Langer-Weninger. Nur so gelinge eine dauerhafte Eigenversorgung mit frischem Obst und Gemüse und die Vermeidung von Importen mit fragwürdigen Produktionsstandards, erklärt sie.

„Die heimische Landwirtschaft steht zu ihren hohen Qualitäts- und Sozialstandards. Gleichzeitig ist es notwendig, dass sie im europäischen Vergleich nicht durch höhere Lohnnebenkosten an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Es braucht daher attraktive Modelle zur Gewinnung von Saisonarbeitskräften“, sagt Totschnig.

Durch Analyse belegt

Hohe personalbezogene Abgaben verschaffen österreichischen Landwirtschaftsbetrieben arbeitskostenmäßige Wettbewerbsnachteile, was sich negativ auf die Versorgungssicherheit auswirkt. Das hat eine Analyse der KMU Forschung Austria in sieben europäischen Ländern ergeben. Während Deutschland mit seinem sozialabgabenbefreiten 70-Tage-Modell und Südtirol mit einer Reduktion der Arbeitgeberbeiträge um 75 Prozent entscheidende Vorteile haben, geht in Österreich etwa die Anbaufläche von Gemüse trotz steigender Nachfrage zurück. Der österreichische Selbstversorgungsgrad für Gemüse liegt bei 58 Prozent, für Obst bei 45 Prozent.


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