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Pflichtschulinspektorin Kaltenböck: „Ich bleibe Lehrerin aus Leidenschaft“

Leserartikel Elisabeth Zeilinger, 07.03.2016 17:21

URFAHR-UMGEBUNG.  Seit Dezember ist Susanne Kaltenböck neue Pflichtschulinspektorin des Bezirks Urfahr-Umgebung. Tips bat die ehemalige Volksschuldirektorin von Engerwitzdorf zum Gespräch.

Rund 6000 Pflichtschüler werden im Bezirk unterrichtet.Foto: Weihbold
  1 / 2   Rund 6000 Pflichtschüler werden im Bezirk unterrichtet.Foto: Weihbold

Tips: Sie haben Werner Schlögelhofer, der jetzt als Landesschulrat tätig ist, als Pflichtschul­inspektorin abgelöst. Vermissen Sie Ihre Tätigkeit als Lehrerin?

Susanne Kaltenböck: Ich wurde ja überraschend mit den Agenden von Werner Schlögelhofer betraut, worüber ich mich sehr gefreut habe. Momentan war es zwar schon eine Umstellung, doch nun bin ich froh, als Pflichtschulinspektorin im gesamten Bezirk etwas bewirken zu können. Das wichtigste dabei sind die Kinder. Bei den Maßnahmen, die gesetzt werden, stellen wir immer die Frage: Welche Auswirkungen hat das nun auf die betroffenen Schüler? Im Herzen bleibe ich Lehrerin aus Leidenschaft.

Tips: Wie steht es um die Pflichtschulen (Volksschule, Neue Mittelschule und Polytechnische Schule, Anm.) im Bezirk?

Kaltenböck: Ich kann mich glücklich schätzen, denn ich darf viele Früchte von der Arbeit meiner Kollegen ernten. Grundsätzlich funktioniert vieles in den Pflichtschulen sehr gut – ein Problembezirk sind wir bei Weitem nicht. Im Gegenteil, in den Schulen wird hervorragende Arbeit geleistet. Die Bildungsregion Urfahr-Umgebung hat bei den Bildungsstandards top abgeschnitten und darf sich zu den Besten zählen.

Tips: Was möchten Sie als Pflichtschulinspektorin im Bezirk Urfahr-Umgebung bewirken?

Kaltenböck: Neben viel bürokratischem Aufwand geht es auch um pädagogische Entscheidungen. Allen voran bin ich mit der Qualitätssicherung und der Stärkung der Schulstandorte beschäftigt. Dazu besuche ich die Schulen, tausche mich mit Lehrern und Eltern aus, hier muss man auch viel Zuhören. Urfahr-Umgebung ist ein Riesengebiet, da dauert es schon etwas, bis man alle Schulen einmal besucht hat.

Tips: Wie wird im Bezirk mit dem Thema Asyl umgegangen?

Kaltenböck: In der Bildungsregion Urfahr-Umgebung haben wir 92 junge Flüchtlinge, die bei uns als außerordentliche Schüler unterrichtet werden. Im Vergleich zu anderen Bezirken ist das wenig. Der Unterricht funktioniert undenkbar gut, da die Kinder leicht integriert werden und schnell Deutsch lernen bzw. Freunde finden. Das liegt aber auch an vielen freiwilligen Helfern und am großen Engagement der Lehrer/innen.

Tips: Welche Schwerpunkte werden Sie künftig noch setzen?

Kaltenböck: Wichtig ist, dass wir gute Übergänge zwischen den Schulstufen schaffen. Das beginnt bereits beim Schuleinstieg vom Kindergarten in die Volksschule und hört bei den Neuen Mittelschulen mit dem Umstieg ins Berufsleben auf. Hier organisieren wir zum Beispiel gemeinsam mit der Wirtschaftskammer auch mehrere Lehrlingstage im Bezirk.

Susanne Kaltenböck ist seit 1989 als Volksschullehrerin tätig. Zusätzlich hat sie an der PH der Diözese Linz in der Erwachsenenbildung unterrichtet. Nach drei Jahren als Leiterin der VS Engerwitzdorf wurde sie am 1. Dezember 2015 zur Pflichtschulinspektorin für die Bildungsregion Urfahr betraut.Privat ist sie verheiratet, hat vier Söhne und lebt in Engerwitzdorf.


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