„Nach der Stille“ in der Musikwerkstatt Hargelsberg

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Julia Karner Julia Karner, Tips Redaktion, 21.01.2021 08:29 Uhr

HARGELSBERG. Heinrich Haimel, Kapellmeister der Hargelsberger Werkstatt, die Menschen fürs Leben berührt, im Gespräch.

Tips: Es ist sehr still geworden vor und hinter den Kulissen der Blasmusik. Macht Ihnen das Kopfzerbrechen?

Heinrich Haimel: Ja, natürlich. Doch schauen wir uns an, welcher Stellenwert der Kunst in dieser Stille beigemessen wird. Es war also der erste Schritt zu begreifen, dass die Musik in unserer Gesellschaft, die für mich immer eine Selbstverständlichkeit war, längst keine mehr ist.

Tips: Man spricht von einer neuen Normalität nach der Stille. Sehen Sie da eine Chance für die Musik als Gemeinschaft in einer rastlosen Welt?

Haimel: Da sehe ich viele Möglichkeiten, wie die Musik wieder in der Gemeinschaft ihren festen Platz finden kann.

Tips: Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

Haimel: Ich lese zurzeit ein ganz aktuelles Buch von meinem ehemaligen Studienkollegen Franz Welser-Möst. Schon jahrelang mache ich mir Gedanken darüber, wie man Menschen in der Schnelllebigkeit unseres Daseins für die Musik begeistern kann. Welser-Möst bringt es auf den Punkt. Zitat: „Ich bin der festen Überzeugung, dass Orchester ihren Beitrag leisten können, dass Musik wieder zum Selbstverständnis vieler Menschen gehört. Musik als Form, die uns Orientierung gibt, Musik als Möglichkeit der Ordnung, Musik als Tiefe in einem Leben jenseits einer dahinrasenden Oberfläche, Musik als Ort der Gemeinschaft und des Zuhörens, Musik als Ausdruck der Stille und des Innehaltens, Musik als Ruhepol in einer rastlosen Welt.“

Tips: Welche Vorsätze haben Sie als Kapellmeister für die Zeit „Nach der Stille“?

Haimel: Mein Motto als Kapellmeister, in der Werkstatt, die Menschen fürs Leben berührt, war von Anfang an: „Freude beim gemeinsamen Musizieren.“ Damit wollen wir als Orchester als gute Gemeinschaft ein Vorbild sein und in der neuen Normalität einen festen Platz einnehmen.

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