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Künstlerin Samira Cakir: „Will mir beim Arbeiten selbst keine Grenzen setzen“

Maya Lauren Matschek, 09.10.2025 16:30

ENNS. Mit ihrer Ausstellung „Glühwürmchen“ hat die 20-jährige Künstlerin Samira Cakir im Georgenbergsaal des Schlosses Ennsegg einen ungewöhnlichen Beitrag zum heurigen Kulturherbst Enns geliefert.

Dieses Gemälde kann ruhig vielseitig interpretiert werden. (Foto: Tips/Matschek)
  1 / 3   Dieses Gemälde kann ruhig vielseitig interpretiert werden. (Foto: Tips/Matschek)

Kunstinteressierte erwartete ein Rundgang, bei dem es keine vorgeschriebene Richtung gab: Malereien, Skulpturen und Basteleien reihten sich aneinander – jedes Werk mit einem kleinen Täfelchen versehen, das eine Geschichte zur Entstehung des Gezeigten erzählte. Neben Fabelwesen und Figuren tauchten auch skurrile Objekte auf, etwa ein Springbrunnen aus Papier, Karton und Zahnstochern, wie er ebenso gut in Innsbruck stehen könnte. Viele der Bilder waren nicht auf klassischer Leinwand (Canvas) gemalt, sondern auf einem speziellen Stoff, den Cakir auf dünne Holzplatten aufgezogen und angeleimt hatte.

Augen, die im Dunkeln leuchten

Besonderen Eindruck hinterließ ein Gemälde im Zentrum der Ausstellung: Erst beim längeren Hinsehen erkannten viele Gäste, dass es unzählige Augen zeigte. Damit schloss sich der Kreis, denn die übrigen Figuren im Rundgang blieben alle ohne Augen – sie waren in diesem Bild gesammelt. „Bevor ich angefangen habe, dieses Gemälde zu zeichnen, habe ich mir vorgenommen, einfach und ohne große Gedanken drauf loszulegen und mir selbst in meinen Erwartungen keine Grenzen zu setzen“, erklärt die Steyrerin. „Bei der Vernissage beleuchteten wir das Gemälde, sodass die Augen leuchteten.“

Auch interaktive Elemente sorgten für Gesprächsstoff. So stapelten sich Hunderte gelbe Quietsche-Entchen, manche leer, manche mit Wasser gefüllt. Unter ihnen verbarg sich ein „Teufelsquax“ – „Der gefürchteste aller Quaxla“, wie es augenzwinkernd beschrieben wurde. „Wenn gefunden: Einfangen (auf eigene Gefahr) und zur Künstlerin bringen“, stand auf dem beigestellten Schild.

Das Motiv der Lumineszenz spiegelte sich so nicht nur in Licht und Farbe, sondern auch in den Geschichten, die durch genaues Hinschauen sichtbar wurden. Wie kleine Glühwürmchen im Dunkeln entfalteten Cakirs Arbeiten ihre Wirkung erst beim zweiten Blick – und ließen das Publikum zum Leuchten bringen.


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