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ENNS. Beinahe schon in Vergessenheit geraten ist ein Schiff, das im Jahr 1913 in Triest vom Stapel gelaufen ist und bis 1941 über die Weltmeere tuckerte, ehe es infolge von Kriegseinwirkung versenkt wurde. Die Rede ist von der altehrwürdigen Gablonz.

Die Hauptroute der Gablonz war die Expresslinie Italien-Indien und Pakistan-Ferner Osten. Foto: Archiv Waniek

Die Gablonz, ein Dampfer der Österreichischen Lloyd, der größten Schifffahrtsgesellschaft Österreich-Ungarns und des Mittelmeeres, mit 8448 Brutto-Tonnen, zwei Propellern, 7500 HP und 138 Meter Länge war auf der Expresslinie Italien-Indien/Pakistan-Ferner Osten unterwegs. Nach dem ersten Weltkrieg gehörte die Gablonz unter dem Namen „Tevere“ der Flotte des Lloyd Triestino, dem Nachfolger des Österreichischen Lloyd, an und sank am 15. Februar 1941 infolge von Kriegseinwirkung.

Namensgebung

Den Namen Gablonz erhielt der Dampfer aufgrund seiner Fracht, die zu einem großen Teil aus Armreifen (auch Bangles genannt) der Gablonzer Industrie, deren Geschichte bis ins Jahr 1550 zurückreicht, bestand. 200.000 Kisten mit je 200 Dutzend Bangels wurden jedes Jahr nach Indien verschifft, die von frommen Hindu-Frauen, die jährlich nach Benares pilgerten, zu Ehren des Gottes Shiwa in den Ganges geworfen wurden. Auch nachzulesen im Buch des Ennsers Fritz Waniek: Die Gablonzer nach 1945 in OÖ.

Die Gablonzer

Die Gablonzer Pioniere betrieben bereits im 17. Jahrhundert mit ihren Glasprodukten einen Welthandel. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich die Gablonzer Perlen und Glassteine eine dominierende Stellung auf dem Weltmarkt erobert. Die Gablonzer Manufaktur ist aus einem der vielen Familienbetriebe entstanden. 1947 wurde ein kleiner Betrieb in Losensteinleiten gegründet, dessen Kerngeschäft Weihnachts- und Modeschmuck war. Noch heute wird in Enns der traditionsreiche „Gablonzer-Schmuck“ hergestellt.


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