Jana Pilová - Von der tschechischen Straßenhure zur Unternehmerin und Autorin

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Thomas Lettner Tips Redaktion Thomas Lettner, 03.08.2020 13:12 Uhr

ST. VALENTIN. Die Tschechin Jana Pilová betreibt seit 2007 die Villa Rouge in St. Valentin. In ihrem Buch „Einmal Hölle und nicht zurück“ erzählt sie über ihren Job als Prostituierte und über die vielen Hürden, die sie in ihrem Leben überwinden musste.

Jana Pilová kam als vierjähriges Roma-Mädchen zu einer tschechischen Pflegefamilie und wuchs später in Erziehungsheimen auf. Mit 18 landete sie in Südböhmen auf dem Straßenstrich, wo die schöne junge Frau trotz großer Konkurrenz schnell zum Star heranreifte. Ihr erster Zuhälter behandelte sie gut. Doch bald darauf übernahm sie eine organisierte Zuhälter-Bande, die sie unter Drogen setzte, schlug und vergewaltigte. Nach einigen Jahren wurde sie in ein Bordell in Amstetten verkauft. Als sich die Chance ergab, verließ sie den Betreiber und arbeitete in einem Bordell in St. Valentin und schließlich in der Villa Rouge.

Gedanken an Selbstmord

2007 machte sich Pilová mit ihrer eigenen Firma selbstständig. „Das war für mich eine ganz neue Welt“, erzählt die bald 40-Jährige in ihrem sympathischen tschechischen Akzent. Das ehemalige Mädchen vom Straßenstrich hatte auf einmal mit völlig Fremdem wie Buchhaltung, Steuerberatern und dem Finanzamt zu tun. Alles schien gut, bis sie von der Staatsanwaltschaft wegen Menschenhandels angeklagt wurde. Pilová bekam schwere psychische Probleme und eine schlimme Hautkrankheit, wurde aber schließlich freigesprochen. „Ich habe damals geglaubt, dass ich einfach nicht in diese Welt gehöre, und dachte sogar an Selbstmord. Jetzt sehe ich, dass ich doch ein Teil davon bin und die Menschen mich respektieren“, sagt sie.

Termine abgesagt

Nach dem Lockdown ist das Geschäft in der Villa Rouge ab der Öffnung am 1. Juli wieder gut angelaufen. Seit kurzem müssen aber einige Termine abgesagt werden. „Man merkt, dass die Angst wieder mehr wird“, so Pilová. Auf Hygiene wird nicht erst seit Corona genau geachtet. Am Eingang ist ein Desinfektionsmittelspender. Jeder Gast erhält auf Wunsch eine Maske und Handschuhe.

Zweites Buch in Planung

Jana Pilovás Buch findet besonders bei Frauen großen Anklang. Als Prostituierte trägt sie den Künstlernamen Linda und bietet professionelle Rollenspiele an. Beliebt sind bei ihren Kunden - hauptsächlich Männer ab 50 Jahren - vor allem die Lehrerin und die Tante. „Die Männer suchen nicht direkt Sex, sondern das Natürliche. Es ist wie ein Theater, und meine Kunden wissen, was sie wollen“, sagt sie. Selbst Männer, die psychisch angeschlagen sind, weil es zuhause im Bett nicht mehr richtig läuft, sind bei ihr an der richtigen Adresse. „Man muss sie dazu bringen, sich zu entspannen und den Alltag zu vergessen“, sagt Pilová, die ihr zweites Buch über das Thema „Lust aktivieren“ schreiben wird.

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