Turbulentes Jahr für die FF Enns: Brandstifter, Kühe auf der A1 und Massentestungen
ENNS. Für die Freiwillige Feuerwehr Enns fing das Jahr 2020 nicht gerade rosig an. Im Jänner gingen durch Brandstiftung eine Lagerhalle beim Bahnhof und ein Holzstapel in Enghagen in Flammen auf. Ein Ölaustritt im Ennshafen beschäftigte die Florianijünger im Februar wochenlang. Im März kam der Corona-Lockdown hinzu.

„2020 war für uns eine Katastrophe. Eine Feuerwehr lebt von der Kameradschaft, und während der Corona-Krise dürfen wir uns nicht treffen“, sagt Kommandant Alfred Stummer. Die FF Enns hat sich daher großteils auf den Einsatzdienst beschränkt. Übungen fanden im eingeschränktem Ausmaß im Sommer statt. Ausbildungen, die Jugendstunden und die Monatsversammlung wurden online abgehalten. Wichtige Termine wie die Jahresvollversammlung, die Florianifeier im Mai, das alljährliche Straßenfest gemeinsam mit der Rettung, das Adventschwimmen und der Ausflug wurden abgesagt. Ebenfalls bereits abgesagt ist die Feuerlöscherüberprüfung Anfang Jänner 2021.
Ein Drittel Brandeinsätze
Die FF Enns wird zu bis zu 400 Einsätzen im Jahr alarmiert. Ein Drittel davon sind Brandeinsätze, zwei Drittel technische Einsätze. Zu letzteren zählten im vergangenen Jahr neben Menschenrettungen nach Verkehrsunfällen das Freimachen von Verkehrswegen, Türöffnungen, Sturmschäden sowie außergewöhnliche Ausrückungen wie zuletzt die Bergung von Kühen von der Autobahn und - schon etwas länger her - ein Zugunglück im Bahnhof Enns.
„NUVIS“ im Einsatz
Gemeinsam mit den FF Asten und Raffelstetten war die FF Enns auch bei den Corona-Massentestungen in der Stadthalle Enns im Einsatz, wobei der Ordnerdienst im Einlassbereich, die Hilfe beim Ausfüllen der notwendigen Formulare und die logistische Unterstützung die Aufgaben der Feuerwehr waren. Regelmäßig im Einsatz sind noch die „NUVIS“ (Nachrichten und Versorgungstruppe). „Das sind Feuerwehrmänner, welche altersbedingt aus dem aktiven Feuerwehrdienst bereits ausgeschieden sind, sich aber noch um Instandhaltungsarbeiten und unser kleines Feuerwehrmuseum kümmern“, so Stummer.
Impfungen empfohlen
Seit Beginn der Krise ist die FF Enns in zwei Züge zu je 32 Mann aufgeteilt, wobei ein Zug immer in Einsatzbereitschaft ist. Bei Einsätzen ist die Verwendung von Mund-Nasenschutz-Masken Pflicht. Zusätzlich wird die FF von der Stadt Enns mit Impfprogrammen unterstützt. „Bei uns kann sich jeder auf FSME und Hepatitis impfen lassen. Das wird wahrscheinlich bei Covid-19 nicht anders sein, was wir unseren Kameraden auch wärmstens empfehlen“, sagt Stummer.


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