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Krippenmuseum Enns zeigt über 100 Krippen und Tonfiguren der Künstlerin Heidelinde Staudinger

Thomas Lettner, 05.01.2021 19:22

ENNS. Im Frauenturm ist seit zehn Jahren das Krippenmuseum der aus Enns stammenden Künstlerin Heidelinde Staudinger untergebracht.

Fotos: Thomas Lettner
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Heidelinde Staudinger absolvierte Malerei und Bildhauerei an der Kunstschule in Linz. Später machte sie eine Ausbildung zur Restauratorin und eine Ausbildung zur Dekorateurin an der VHS in Wels, veranstaltete Ausstellungen, restaurierte Kunstwerke und leitete Kurse. Staudingers künstlerisches Schaffen ist sehr vielseitig. Sie beschäftigte sich mit Acryl-, Grafik-, Öl- und Seidenmalerei, Kreidearbeiten, Federzeichnungen, Aquarellen und Mischtechniken, Linolschnitten, Glas-, Keramik-, Holz-, Metall- und Textilmalerei sowie mit Stoffdrucken. Ihre große Leidenschaft ist die Arbeit mit Ton.

Alles Unikate

Viel Zeit investierte Staudinger in die sakrale Kunst. 2009 schenkte sie der Stadt Enns über 100 selbstmodellierte Tonkrippen, Tonfiguren, Krippenkerzen und Spanschachtelkrippen. 2010 erhielt sie den 1. Preis des Cittáslow-Awards für die Errichtung des Krippenmuseums, das sich anfangs einen Stock höher in der Kapelle befand. Bevor die Krippen und Figuren im Frauenturm eine fixe Bleibe fanden, stellte sie Staudinger ein bis zwei Mal im Jahr selbst zur Schau. Alle Kunstwerke sind Unikate und bilden als gemeinsames Motiv die Weihnachtsgeschichte ab. Auch an anderen Standorten sind Werke von Staudinger zu sehen. Die große Holzkrippe am Kirchenplatz in Ernsthofen stammt ebenfalls von ihr.

Drohende Erblindung

Das Krippenmuseum ist ganzjährig geöffnet und bei den Stadtführungen zu besichtigen. Staudinger, die heuer ihren 80. Geburtstag feiert und während der Corona-Zeit in Neumarkt im Hausruck wohnt, möchte – sofern es ihr gesundheitlich möglich ist – auch weiterhin kostenlose Führungen anbieten. Denn die Künstlerin, die bei den Barmherzigen Brüdern in Linz behandelt wird und auf eine Spezialbrille angewiesen ist, droht aufgrund eines grünen Stars und Kalkablagerungen im Sehzentrum zu erblinden.


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