Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

JUZ Enns-Leiter Patrick Häuserer: „Wir sind sozusagen wie ein zweites Wohnzimmer für die Jugendlichen“

Thomas Lettner, 19.10.2021 17:00

ENNS. Seit Mai ist das ÖGJ-Jugendzentrum Enns wieder in Normalbetrieb und für Jugendliche geöffnet. Im Juli und August war es kurzfristig geschlossen, weil es an den neuen Standort in der Wienerstraße 12 übersiedelte.

20 bis 30 Jugendliche kommen pro Tag ins JUZ Enns. (Foto: Patrick Häuserer)
  1 / 2   20 bis 30 Jugendliche kommen pro Tag ins JUZ Enns. (Foto: Patrick Häuserer)

Mit einem Fest wurde im September das neue ÖGJ-Jugendzentrum eröffnet. Das vom JCUV (Jugendcenter-Unterstützungsverein) betriebene Jugendzentrum übersiedelte von der Wienerstraße 11 an die gegenüberliegende Straßenseite in die ehemaligen Räumlichkeiten des Restaurants Veki‘s Grill Balkan Food. „Bei der Übersiedlung, beim Ausmalen und beim Dekorieren haben einige Jugendliche mitgeholfen. Eine Herausforderung war, den intensiven Fettgeruch rauszubringen“, schmunzelt Jugendzentrumsleiter Patrick Häuserer.

Sinnvoll Freizeit verbringen

Geöffnet ist das JUZ Enns von Dienstag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr oder je nach Vereinbarung auch am Samstag. Jugendliche von 13 bis 20 Jahren treffen sich, um die Freizeit zu gestalten, auf der PlayStation zu spielen, Hausübungen zu machen, fernzusehen, Billard oder Gesellschaftsspiele zu spielen, zu kochen oder einfach gemeinsam abzuhängen. Einmal im Monat steht ein Ausflug ins Kino, zum Bogenschießen, ins Aquapulco oder in ein Restaurant an. „Wir sind sozusagen wie ein zweites Wohnzimmer für die Jugendlichen“, sagt Häuserer. Regelmäßig finden Workshops statt, bei denen die Jugendlichen über ihre Rechte und Pflichten als Lehrlinge aufgeklärt werden oder Informationen als Erstwähler erhalten. Besonders bei den über 16-Jährigen ist es Häuserer wichtig, über Fake News zur Corona-Impfung aufzuklären.

Offenes Ohr für Probleme

Die Lockdowns, in denen das Jugendzentrum Enns lange geschlossen blieb und höchstens Einzelberatungen möglich waren, waren für viele Jugendliche nicht leicht. Aufgrund der fehlenden sozialen Kontakte in den Lockdowns kam es vermehrt zu Depressionen, Schlaf- und Essstörungen und sogar zu Suizidgedanken. Mittlerweile ist der Eintritt unter Einhaltung der 3G-Regel wieder erlaubt. Als Jugendzentrumsleiter ist Häuserer Ansprechpartner für die großen und kleinen Probleme der Jugendlichen. „Bei Problemen wie Lernschwierigkeiten in der Schule oder Liebeskummer habe ich immer ein offenes Ohr. Bei gravierenderen Problemen wie Gewalterfahrungen arbeite ich mit den Streetworkern in Enns zusammen“, berichtet er.

Großer Andrang

Alkohol und Rauchen sind im JUZ streng verboten. Hält sich jemand nicht an die Hausregeln, kommt es vor, dass ein temporäres oder dauerhaftes Betretungsverbot ausgesprochen wird. Wer hingegen bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wird in den JUZ-Ausschuss aufgenommen. „Die Jugendlichen im Ausschuss helfen zum Beispiel bei unseren Veranstaltungen mit oder kassieren die Speisen und Getränke im JUZ. Dafür werden sie mit einigen Privilegien ausgestattet“, so Häuserer. Hilfe kann er auch dringend benötigen. Bei zwanzig bis dreißig Jugendlichen pro Tag ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. „Ein zweiter Mitarbeiter wäre nicht schlecht. Ein Zivildiener wie im Jugendcafé Leonding würde mir schon reichen“, sagt er.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden