Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ERNSTHOFEN. Vor rund 2.000 Jahren suchten Josef und Maria nach einer Herberge, die sie nach mehreren Abweisungen in Betlehem fanden. Heuer im Advent klopfte auch eine herbergsuchende Familie an die Tür der Pfarre Ernsthofen.

Seit dem Ableben von Prälat Gilbert Vogt 2019 war der Pfarrhof unbewohnt. (Foto: Fritz Eglseer)
Seit dem Ableben von Prälat Gilbert Vogt 2019 war der Pfarrhof unbewohnt. (Foto: Fritz Eglseer)

Im Jahre 2015 vor dem Bürgerkrieg in der Heimat geflüchtet, musste eine im Ort gut integrierte fünfköpfige Familie bis zum Jahresende aus ihrer Ernsthofner Bleibe aufgrund des geplanten Abrisses der derzeitigen Unterkunft ausziehen. Das rief viele Helfer innerhalb und außerhalb der Pfarre Ernsthofen auf den Plan. Gemeinsam hatten sie sich in den letzten Monaten nach einer Lösung umgehört, doch leider ohne Erfolg. Leistbarer Wohnraum ist in einer angehenden Speckgürtel-Gemeinde rar. Im Zuge der Suche kam auch der leer stehende Pfarrhof ins Gespräch. Aufgrund der Raumaufteilung und der teilweise sehr desolaten Fenster, die vor allem um das denkmalgeschützte Gebäude langfristig zu erhalten, dringend getauscht werden müssen, wurde diese Lösung zunächst als wenig geeignet verworfen.

Gebete in Taten umsetzen

Wie der Stall von Betlehem damals ist der Pfarrhof heute der letzte Ausweg für eine Familie, die dringend eine Herberge sucht. So entschied der Pfarrgemeindevorstand mit großer Mehrheit, die Tür des seit dem Ableben von Prälat Gilbert Vogt 2019 verwaisten Pfarrhofs zu öffnen und die Mitbürger aufzunehmen. „Ich bin verantwortlich für fünf Pfarrgemeinden. Einige haben leer stehende Pfarrhöfe, teils schon seit Jahrzehnten. Es ist mir ein großes Anliegen, dass die Liegenschaften genutzt werden. Wir beten in den Gottesdiensten immer wieder für Menschen in Not – auch für flüchtende. Nun ergab sich die Chance, Gebete in Taten umzusetzen“, sagte Pfarrer Herbert Reisinger. Die Pfarre wird weiterhin ihr Büro im Pfarrhof betreiben. Auch das Lehrerteam der Volksschule unterstützt diese Initiative voll und ganz.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden