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Mondlandschaft bei Hamberger-Altarm wird zu Auwald mit Biotopen und Pflanzenreichtum

Thomas Lettner, 15.02.2022 20:00

ENNS/MAUTHAUSEN. Die dritte Ausbaustufe des Hamberger-Altarms in Enghagen ist in vollem Gange. Für die dreieinhalb Hektar große Wasserfläche mussten zweieinhalb Hektar Auwald gerodet werden.

  1 / 4   Auf den ersten Blick sieht der gerodete Auwald sehr trostlos aus. Schon heuer im Frühjahr werden 400 Stück schnellwachsende Baumarten gesetzt. (Foto: Thomas Lettner)

Die dritte Ausbaustufe des Hamberger-Altarms ist so groß wie die beiden ersten Ausbaustufen zusammen. Den Grund hat der Fischereiverein Enns lokalen Grundeigentümern abgekauft. Die Arbeiten finden diesen und in den nächsten zwei Wintern statt, um die Ruhephasen der Vögel und Tiere nicht zu stören. Bis zum 50-Jahr-Jubiläum des Vereins im Jahr 2025 soll die dritte Ausbaustufe fertig sein. Nach der Fertigstellung wird die neue Wasserfläche mit einem Durchstich mit den anderen beiden Teichen verbunden.

Treffen mit Bürgerinitiative

Da nun von Mauthausener Seite freie Sicht auf das Industriegebiet Ennshafen besteht, hat sich im Jänner die parteiübergreifende „Bürgerinitiative für Sicht- und Schallschutz für Mauthausen vor dem Ennshafen“ gegründet. Die Bürgerinitiative sieht das Altarm-Projekt zwar als ökologisch sinnvoll an, kritisierte jedoch, dass man nun aufgrund der massiven Baumrodungen anstatt auf den Auwald auf die Containerwände des Ennshafens blickt und die Lärmbelästigung durch Kräne, Transporter und das Aufeinandersetzen der Container zunimmt. Vorige Woche fand ein Gespräch der Bürgerinitiative mit dem Vorstand des Fischereivereins Enns und dem für die ökologische Baubegleitung bestellten Experten der Silvana Forst GmbH aus St. Pantaleon-Erla statt. Das Gespräch, bei dem das Vorhaben und das forstfachliche Konzept ausführlich besprochen wurden, verlief für beide Seiten sehr zufriedenstellend. „Wir haben einen guten Einblick in die Pläne des Fischereivereins bekommen. Unser Eindruck ist, dass die Anliegen der Mauthausener sehr ernst genommen werden“, sagte Ted Pawloff, der Obmann der Bürgerinitiative.

Wertvolle Bäume bleiben erhalten

Tips machte sich bei einer Begehung, zu der die Mitglieder des Fischereivereins eingeladen waren, selbst ein Bild von den Rodungen. Auf den ersten Blick sieht der Auwald aufgrund des hohen Totholzanteils aus wie eine Mondlandschaft. Die zweieinhalb Hektar Auwald werden bei der Hasenöhrl-Schottergrube in der Kronau wiederaufgeforstet. Gerodet wurden ausschließlich kanadische Hybridpappeln, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Nutzholz gesetzt wurden und ihr Lebensende erreicht haben, sowie Eschen, die wie im Eichbergwald vom Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ befallen wurden und ohnehin bald umgefallen wären. „Wertvolle Bäume wie Ahorn, Eichen, Ulmen oder Silberpappeln werden stehengelassen und vor Biberverbiss geschützt“, erklärte Klaus Dirnberger, der Obmann des Fischereivereins Enns.

Biotope für Amphibien

400 Stück überwiegend schnellwachsende Baumarten (Schwarzpappel, Ahorn, Traubenkirsche, Eiche) mit bis zu fünf Metern Höhe werden heuer im Frühjahr relativ dicht gesetzt, damit schnell ein erster Sicht- und Lärmschutz entsteht. Am ganzen Areal finden sich Totholzstümpfe, in deren Hohlräume Spechte, Fledermäuse oder Wildbienen einziehen können. Die Stromtrasse an der Grundgrenze muss baumfrei bleiben. Dort werden Blühsträucher, Wildobst und eine Blumenwiese angelegt. Im Wasser wird Schilf eingebracht, das schon im Sommer zu sehen sein wird. Im Flachwasser werden Rohrkolben gepflanzt, in denen Vögel brüten können. Auch Amphibienbiotope werden angelegt, die sich nur bei hohem Wasserstand mit dem Altarm verbinden, sodass Fische nicht in die Biotope gelangen können.


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