ST. FLORIAN. In Bruck bei Tödling befindet sich ein schattiger Hohlweg, der von Wanderern und Mountainbikern genutzt wird. Die Oppositionsparteien befürchten, dass der Weg nicht mehr lange der Allgemeinheit zur Verfügung steht.

Aufgrund von unübersichtlichen Kurven und einer Durchfahrt quer durch die Hofstelle eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes in Bruck bei Tödling wurde im Jahr 2018 eine Umlegung der Taunleitnerstraße im Gemeinderat behandelt und einstimmig beschlossen. Die Vereinbarung beinhaltete neben der Straßenumlegung auch die teilweise Übertragung eines bisher öffentlichen landwirtschaftlichen Weges (gemeint ist der Hohlweg) in das Eigentum der angrenzenden Landwirte als Abtausch für das neue Straßenstück, das sich auf dem Grund der Landwirte befand. So ergibt sich für die Marktgemeinde und die Landwirte ein wertgleiches Tauschverhältnis.
Schaden für Allgemeinheit
Da der Weg nun vermessen wurde, trat in der Gemeinderatssitzung vom 17. Mai als rechtliche Konsequenz des Gemeinderatsbeschlusses aus 2018 die gesetzlich erforderliche Verordnung gemäß dem OÖ Straßengesetz durch einen Mehrheitsbeschluss der ÖVP in Kraft. Die SPÖ, FPÖ und die Grünen stimmten dagegen. „Wir fühlen uns, da der Wanderweg ersatzlos gestrichen wird, von der ÖVP übergangen. Die Wanderer müssen nun auf die gefährliche Asphaltstraße ausweichen und einen Umweg auf sich nehmen. Der Landwirt hat eine Alternative anzubieten“, meinte Alfred Ramler, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses (SPÖ). Ins gleiche Horn bläst auch FP-Gemeinderat Johannes Leonhartsberger. „Durch die Auflassung des Wanderwegs entsteht ein Schaden für die Allgemeinheit. Wir werden das Thema wieder in den Verkehrsausschuss bringen“, sagte er. „Ich möchte ganz klar zurückweisen, dass hier meine Fraktion die anderen übergangen hat“, betont Bürgermeister Bernd Schützeneder (ÖVP). „Sämtliche Beschlüsse in dieser Sache seit 2018 erfolgten einstimmig, das heißt mit den Stimmen aller Fraktionen. So auch in der letzten Verkehrsausschuss-Sitzung vor dem Gemeinderat, die am 2. Mai stattgefunden hat. Der Ausschuss-Vorsitz liegt hier bei der SPÖ“, so Schützeneder.
Wanderweg wird zum Bach verlegt
Tips machte sich vor Ort selbst ein Bild. Der Umweg über die serpentinenartige Asphaltstraße dauert höchstens einige Minuten länger, als wenn man den Hohlweg benutzen würde. Obwohl Freitag und früher Nachmittag ist, kommt uns kein einziges Auto entgegen. Landwirt Hermann Fimberger kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Der Hohlweg war nie ein offizieller Wanderweg. Ich habe auch nicht vor, ihn in Zukunft abzusperren“, sagte er. Fimberger will den Wanderweg, der derzeit vom Hohlweg kommend an seinem Hof vorbeiführt, entlang des Zehetner-Bachs verlegen. Zur Abklärung des Naturschutzes war er schon in Kontakt mit einem Experten des Landes Oberösterreich.


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