Mauthausenkomitee Enns: Rückblick und Vorschau
ENNS. Das Jahresprogramm 2025 des Mauthausenkomitees stand im Zeichen von 80 Jahren Kriegsende. Auch für 2026 sind zahlreiche Aktivitäten geplant.
Mit einem eindrucksvollen Jahresprogramm hat das Mauthausen Komitee Enns im vergangenen Jahr anlässlich 80 Jahre Kriegsende gezeigt, wie lebendig und wirksam zeitgeschichtliche Erinnerungsarbeit sein kann. Der Verein stellt konkrete Lebensgeschichten in den Mittelpunkt, und schafft so persönliche Zugänge zur Geschichte der NS-Zeit und ihren Folgen bis in die Gegenwart.
Regionalhistoriker Gerhard Riedl
Bei zwei Vorträgen berichtete der Regionalhistoriker Gerhard Riedl interessante Ennser Geschichte aus dem Langzeitgedächtnis der Archive. Riedl ist Vorstandsmitglied im Verein Mauthausenkomitee Enns und präsentierte viele neue Akten, Dokumente von seinen Forschungen zur NS-Zeit von 1937 bis 1945.
Erzählcafé
Veranstaltet wurde weiters ein Erzählcafé mit Stefan Giegler, Jg. 1932 und eine zeitgeschichtliche Stadtführung zum Tag des Denkmals.
Gedenken an die Opfer der Todesmärsche
Zentraler Schwerpunkt ist jährlich im April das Gedenken an die Opfer der Todesmärsche von 1945. Der Amerikaner Jack Hersch, Sohn des in Enns geretteten David Hersch sprach bei zahlreichen Schul- und Bildungsveranstaltungen über die Rettungsgeschichte seines Vaters und die Verantwortung der Nachgeborenen.
Am 2. April 2025 wurde bei der Basilikastiege St. Laurenz ein neues Denkmal für die Opfer der Todesmärsche eröffnet. Tatkräftig unterstützte das MK Enns auch den internationalen Geh-Denkmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen.
Fest für den Frieden
Besonders war auch das „Fest für den Frieden“ am 8. Mai 2025. Rund 1.000 Menschen setzten mit dem Singen von Friedensliedern auf der gesperrten Ennsbrücke ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Erinnerung und ein „Niemals wieder“ und machten deutlich, dass Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.
Jack-Hersch-Woche
Auch im Jahr 2026 setzt das Mauthausen Komitee Enns seine Arbeit konsequent fort. Ein zentraler Programmpunkt wird erneut die „Jack-Hersch-Woche“ im April 2026 mit Vorträgen von Jack Hersch in Schulen in St. Florian, St. Valentin, Baumgartenberg und Steyr, der HUAK Enns sowie bei pädagogischen Einrichtungen sein.
Die diesjährige Gedenkfeier für die Opfer der Todesmärsche findet am Mittwoch, 15. April 2026 um 18.00 Uhr bei der Basilikastiege St. Laurenz statt.
Kooperation mit dem Kulturzentrum d’Zuckerfabrik
Geplant sind auch wieder Erzähl-Cafés, ein Kinoabend zum Gedenken an die Reichspogromnacht in Kooperation mit dem Kulturzentrum d’Zuckerfabrik sowie die Teilnahme an der Befreiungsfeier in Mauthausen am 10. Mai 2026.
Demokratie, Menschlichkeit und Frieden
Das Mauthausen Komitee Enns versteht Erinnerungsarbeit als Auftrag für die Gegenwart – für Demokratie, Menschlichkeit und Frieden. Der seit 2017 bestehende Verein ist 2025 stark gewachsen und besteht nun aus einem großen Team, das sich genau dafür einsetzt.
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