Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

REGION. „Tipsi“ präsentiert im Monat April den schallend lachenden Grünspecht.

(Fotos: Florian Mayr)
  1 / 4   (Fotos: Florian Mayr)

In der jetzigen Zeit ist es selten, dass man ein schallendes Gelächter vernimmt. Selbst rund um den 1. April bleibt es heuer ernst. Wer Glück hat, hört nun aber ein schallendes Lachen in den Wäldern. Es ist der Grünspecht, dessen bis zu zwanzigsilbiges „Klü-klü-klü“ wie ein lauthalses Lachen klingt. Obwohl er so temperamentvoll ruft, ist er doch ein scheues Kerlchen und man wundert sich, wie sich unsere zweitgrößte Spechtart so perfekt ungesehen hinter den dünnsten Stämmchen verstecken kann. Dabei braucht er sich nicht zu verstecken. Sein rotes Käppchen und der grüne Mantel verleihen ihm ein farbenfrohes Aussehen. Dennoch ist er gut getarnt. Wenn er in einer Wiese nach seiner Leibspeise sucht, den Ameisen, verschmilzt dieser Specht für unsere Augen mit dem Grün des Grases. Man sieht oder übersieht ihn oft auf dem Boden, viel öfter als andere Spechtarten, drum zählt er zur Gattung der Erdspechte.

Leibspeise Ameisen

Spezialisiert ist er auf Ameisen, insbesondere seine Jungen füttert er fast ausschließlich damit. Mit seiner zehn Zentimeter langen klebrigen Zunge mit Widerhaken kann er die Ameisen aus den Löchern hervor holen, die er vorher mit seinem spitzen Schnabel gebohrt hat. Eingezogen reicht die Zunge einmal um den Kopf herum und in einem Bogen bis in den Halsbereich. Sein Gedächtnis ist phänomenal, er merkt sich und findet die Ameisenbaue selbst unter einer Schneedecke. Auch für die Gefiederpflege werden Ameisen genutzt, er lässt sich mit Ameisensäure einemsen. Die Balz gleicht einer Mischung aus Tanz, Verfolgung, Drohgebärden, Beschwichtigung und Spiegelung des Partners, oft auch an einem Baumstamm – die Einzelgänger bringen sich so in Stimmung und Gleichklang. Er braucht strukturreiche Wälder, alte Gehölze, samt Lichtungen und Wiesen. Das braucht auch unsere unterbewaldete Region. Damit uns bei der Klimaerwärmung nicht das letzte Lachen vergeht, müssen alte Wälder geschützt und zugleich neue Wälder angelegt werden.

Gemeinden sind „unterbewaldet“

Einige unserer Gemeinden haben nur noch etwa zehn Prozent Waldfläche, sind im Fachjargon unterbewaldet. Diese zehn Prozent sind oft noch dazu meist der Hitze Tribut zollende Fichtenmonokulturen, oder aus verschiedensten Gründen extrem ausgelichtete Wälder. Zudem so einige Ersatzaufforstungsflächen mit Jungbäumen in Reih und Glied, die erst in Generationen eine Leistung fürs Klima erbringen können, hoffentlich, denn sie sind auf sich allein gestellt, ohne die Unterstützung und dem Schutz durch ältere Bäume. Das bedeutet, dass einigen Gemeinden aktuell nicht einmal diese zehn Prozent Waldfläche gegen die Klimaerwärmung zur Verfügung stehen, wohl umgerechnet eher nur magere fünf Prozent, dabei bringt ausreichend Wald im regionalen Klima temperaturmäßig einige Grad positiven Unterschied, ein angenehmeres Wohlfühlklima, weniger Trockenheit für die Landwirtschaft und Windschutz sowie Erholungsraum für die Siedlungen. Der Nutzungsdruck auf unsere Wälder ist aber trotz Klimaerwärmung, fortschreitender Bodenversiegelung und Artensterben nach wie vor hausgemacht unbelehrbar groß, die Folgen fürs regionale Klima und die heimische Artenvielfalt ebenfalls. Es braucht rasch die Ökologisierung der Steuern für Waldbesitzer, im Gegenzug die Unterschutzstellung der letzten naturnahen Wälder samt ihrer Begleitlebensräume mit Änderung des Widmungsrechts, zusätzlich neue Waldflächen und auch der Naturschutz muss endlich ernst genommen werden und darf nicht länger Spielball zwischen den Unzuständigkeiten zwischen Gemeinden, Land, Bund und Politik bleiben. Nur so kann unsere Region auch in Zukunft lebenswert sein.


Mehr zum Thema

Vorgestellt: Tipsi präsentiert den anmutigen Höckerschwan
Artikel

Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert den anmutigen Höckerschwan

REGION. „Tipsi“ präsentiert im Monat März das hässliche Entlein namens Höckerschwan.

Vorgestellt: Tipsi präsentiert den gesunden Erlenzeisig
Artikel

Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert den gesunden Erlenzeisig

REGION. Die letzte Vogelart, die „Tipsi“ im Jahr 2020 vorstellt, ist der Erlenzeisig.

Vorgestellt: Tipsi präsentiert die weise Waldohreule
Artikel

Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert die weise Waldohreule

REGION. Die Blaumeise „Tipsi“ präsentiert im September die Waldohreule.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden