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Künstlich angelegte Gewässer in Enghagen geben Amphibien eine neue Heimat

Thomas Lettner, 22.06.2021 08:00

ENNS. Die Familie Putz, Landwirte aus Enns, hat in der Donauau in Enghagen in der Nähe des Rastplatzes Salzhafen im vergangenen Winter zwei Augewässer angelegt. Innerhalb kürzester Zeit wurden sie von mehr als 500 Springfröschen besiedelt.

  1 / 2   Werner Weißmair (l.), der Betreuer des Amphibien-Artenschutzprojekts, mit den Ennser Landwirten Johann Putz senior und junior. (Foto: Thomas Lettner)

In der Kronau wurden schon zuvor elf Augewässer im Rahmen des Artenschutzprojektes Amphibien, das im Auftrag der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich durchgeführt wird, angelegt. Dort, wo sich jetzt die zwei neuen Augewässer in Enghagen befinden, war früher der Donau-Altarm. Das Wasser ist mit der Zeit versickert und der Altarm verlandet.

Nicht lange überlegt

Zur Anlegung der Biotope auf dem Grundstück der Familie Putz kam es eher zufällig. „Im Rahmen von Planungen für eine Bodenverbesserung wurden wir von Mark Wöss von der BH Linz-Land und Werner Weißmair, der im Auftrag der Naturschutzabteilung das Amphibien-Artenschutzprojekt betreut, gefragt, ob wir zwei Amphibiengewässer anlegen wollen, und wir sagten sofort zu“, erzählen Johann Putz senior und junior.

Goldfische unerwünscht

Die Amphibiengewässer werden rein vom Grundwasser gespeist und sind nun die neue Heimat für Libellen, Springfrösche und sogar für den stark gefährdeten Laubfrosch. „Wir hoffen noch auf weitere seltene Arten wie die Knoblauchkröte, die es in der Kronau gibt“, sagt Weißmair. Die Gewässer sind absichtlich nicht zu tief gegraben, damit sie von Zeit zu Zeit austrocknen und Fische nicht überleben können. „Goldfische und Schildkröten sollten auf keinen Fall ausgesetzt werden, da sie die Froschlaiche fressen“, erklärt der Experte.

Interessenten gesucht

Angrenzend an die Biotope haben Johann Putz senior und junior zertifizierte Baumarten wie Ulmen und Schwarzpappeln sowie Weiden angesetzt. Rein wirtschaftlich gesehen haben die Amphibiengewässer für sie keinen Nutzen. „Für die Natur ist das Projekt aber sehr sinnvoll. Bei dem, was früher normal war, muss man jetzt nachhelfen“, erklären die beiden. Geplant ist, dass bis nach Linz ein durchgehender Lebensraum für Amphibien entsteht. Grundeigentümer, die selber Amphibiengewässer anlegen wollen, können sich bei Werner Weißmair (w.weissmair@aon.at) oder der BH Linz-Land (Mark Wöss) melden. Die Baukosten für geeignete Laubfroschgewässer werden nach fachlicher Überprüfung großteils von der Naturschutzabteilung des Landes OÖ übernommen.


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