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Ralf Weikert dirigiert Brucknerfest-Abschlusskonzert im "Kraftort" St. Florian

Maya Lauren Matschek, 01.10.2025 06:00

ST. FLORIAN. In der Stiftsbasilika St. Florian findet am Samstag, 11. Oktober, das feierliche Abschlusskonzert des diesjährigen Brucknerfestes statt. Mit dabei ist der international renommierte Dirigent Ralf Weikert, der nach vielen Jahren in der Schweiz in seine Geburtsstadt zurückkehrt, um das Konzert mit dem Bruckner Orchester Linz zu leiten. Im Gespräch mit Tips erklärt der 84-Jährige was dieser Auftritt für ihn persönlich bedeutet. Tips verlost für das Konzert 4x2 Freikarten.

Für Ralf Weikert "ist der Dirigent der Anwalt der Komponisten". (Foto: Gianluca Serva)
Für Ralf Weikert "ist der Dirigent der Anwalt der Komponisten". (Foto: Gianluca Serva)

Das Programm umfasst Werke von Johann Sebastian Bach in Transkriptionen von Leopold Stokowski, das Adagio aus Bruckners 7. Symphonie sowie Paul Hindemiths bildgewaltige „Mathis der Maler“-Symphonie.

„Es ist so wunderschön“

Für Weikert bedeutet das Konzert eine besondere Heimkehr: „Dieses Heimkommen nach St. Florian, wo ich geboren bin, allerding nach einiger Zeit mit meinen Eltern nach Linz übersiedelt, bedeutet mir sehr viel. Viele Kindheitseindrücke kommen mir bei jedem Besuch dieses 'Kraftortes' in den Sinn, und meine Verbundenheit mit dem Stift, der Basilika und ihrer wundervollen Orgel sind mein Leben lang eng geblieben.“ Die Stiftsbasilika war für den jungen Musiker bereits früh ein Ort der Inspiration: „Wie oft habe ich mich als Kind in die Basilika geschlichen und verzückt dem Orgelspiel gelauscht. An eine Aufführung des Te Deums von Bruckner erinnere ich mich besonders – sie hat mich zu Tränen gerührt. Meine Mutter umarmte mich und fragte 'Was hast du denn?'. Ich antwortete: 'Es ist so wunderschön!'“

„Mein verehrter 'Toni'“

Bruckner selbst nimmt für Weikert eine lebenslange Sonderstellung ein: „Als Kinder schlichen wir uns bei Führungen in die Krypta ein und standen allein am Sarkophag. Wann immer ich Bruckner dirigiere, bin ich in Gedanken wieder beim verehrten 'Toni'.“ Das Programm des Konzerts verbindet Bach, Bruckner und Hindemith auf besondere Weise: „Bach in Stokowskis Transkriptionen ist für ein größeres Publikum ein Einstieg, dann folgt das gefühlvolle Adagio aus Bruckners 7. Symphonie, das unendlich bewegend ist, und schließlich Hindemiths 'Mathis der Maler', das bildgewaltig ins frühe 16. Jahrhundert zurückführt.“

„Der Ort an dem alles begann“

Weikerts Karriere führte ihn an große Opernhäuser weltweit, unter anderem an die Wiener Staatsoper, die Metropolitan Opera in New York und die San Francisco Opera. Auch auf Konzertreisen mit den Berliner Philharmonikern und japanischen Orchestern blickt er gerne zurück. Trotz der internationalen Karriere bleibt die Heimkehr nach St. Florian ein emotionaler Höhepunkt: „Es ist immer etwas Besonderes, an den Ort zurückzukehren, an dem alles begann.“

„Partitur ist die 'Bibel'“

Für die jüngere Generation hat der Dirigent eine klare Botschaft: „Man muss den Schülern zeigen, dass die Partitur die 'Bibel' ist. Der Dirigent ist Anwalt des Komponisten, nicht Showmaster.“ Seine Erfahrungen als Lehrer fließen dabei ebenso in seine Arbeit ein wie seine künstlerische Vision für die Zukunft. Nach dem Brucknerfest wird Weikert voraussichtlich wieder in der Schweiz aktiv sein, unter anderem als Dirigent bei einem Konzert in der Züricher Oper zu seinem 85. Geburtstag.

Tickets und Infos

Karten sind in vier Kategorien erhältlich (10 bis 85 Euro), ein kostenloser Shuttlebus vom Brucknerhaus wird angeboten. Tips verlost 4x2 Freikarten.

Infos und Karten unter www.brucknerhaus.at

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