Lukas Kaufmanns Ziele für 2021: Mit dem Rad über die Alpen, durch Kolumbien, Italien und Dubai
KRONSTORF. Um herauszufinden, wie sich ein Spitzensportler über den Winter fit hält, besuchte Tips-Redakteur Thomas Lettner Radprofi Lukas Kaufmann in seinem Heimatort Kronstorf.

Wenn ich schon zu einem Interview mit einem Radprofi fahre, muss ich mich von meiner sportlichen Seite zeigen. Also fahre ich, obwohl es neblig ist, nur einige Grad über Null hat und dunkle Wolken am Himmel aufziehen, die fünf Kilometer von der Redaktion in Enns bis nach Thaling nicht mit dem Auto, sondern schwinge mich auf mein schwarzes Cyco-Faltrad.
Gesunde Ernährung
Google Maps lotst mich zur richtigen Adresse. Ich läute an, und kurz darauf öffnet sich das elektronische Einfahrtstor. Lukas Kaufmann steht in der Tür und begrüßt mich freundlich. Im Haus duftet es schon nach Mittagessen. Der 26-Jährige kocht gerade Tortellini mit Thunfisch und Karotten. Ich darf mir auch eine große Portion auf das Teller klatschen, und der Ausflug nach Kronstorf hat sich für mich schon jetzt bezahlt gemacht. „Ich achte darauf, mich möglichst mit regionalen Produkten zu ernähren, und esse viel Gemüse, Nudeln, Reis und Linsen. Ein bisschen Speck und Thunfisch gehören aber auch dazu“, sagt Kaufmann.
Training in der Garage
Winterspeck wird er damit wahrscheinlich keinen ansetzen und darf er auch nicht, denn seine ersten Rennen hat er für Mitte März in Amerika und in Dubai geplant. Ohne Trainingsplan, den ihm sein bayrischer Trainer Björn Kafka erstellt, bringt aber auch die gesündeste Ernährung nichts. „Ich trainiere in der Garage auf dem Rollentrainer und nicht mit dem Ergometer, weil ich so auf meinem eigenen Fahrrad sitzen kann“, erklärt Kaufmann. Ansonsten steht noch allgemeines Krafttraining, für das er über den Sommer zu wenig Zeit hat, auf dem Programm.
Highlights 2021
Das Training ist extrem wichtig, denn nächstes Jahr stehen neben der Salzkammerguttrophy und dem Race Around Austria noch weitere Highlights wie ein Etappenrennen in Kolumbien, das Race Across the Alps und das Race Across Italy an. Letztgenanntes Rennen, das sich über 800 Kilometer und 12.000 Höhenmeter erstreckt, will Kaufmann in eineinhalb Tagen bewältigen. So viel zu meinen fünf Kilometern, dich ich mit dem Faltrad von Enns nach Thaling gefahren bin.
Corona-Notfallplan mit verrückten Bewerben
Sollte wieder ein Virus dem Weltgeschehen einen Strich durch die Rechnung machen oder sich Corona noch länger hinziehen, hat Lukas Kaufmann einen Notfallplan in der Tasche. „Ich möchte verrückte Dinge machen wie 48 Stunden am Ergometer zu sitzen oder 24 Stunden lang auf einem Berg auf und ab zu fahren“, sagt er. Auch Lauf-Challenges oder extreme Schitouren sind angedacht.


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