Lukas Kaufmann: „Vielleicht schenke ich mir das Race Across America zum 30. Geburtstag“

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Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 19.10.2021 20:00 Uhr

KRONSTORF. Extremsportler Lukas Kaufmann hat seine Saison 2021 bereits beendet. Was seine nächsten Ziele sind, erzählte uns der 27-Jährige im Interview.

Tips:Wie zufrieden bist du mit deiner Saison? Du bist heuer ja einige Male Vierter geworden.

Kaufmann: Ich bin mit der Saison sehr zufrieden. Ein paar Mal habe ich etwas undankbare vierte Plätze erreicht, aber im Großen und Ganzen bin ich froh, dass nach dem „Virus-Jahr“ wo nichts gegangen ist, wieder eine fast normale Saison stattgefunden hat. Ich konnte viele coole Rennen fahren. Ich bin gleich zu Beginn der Rennen Fünfter beim Kürnberg Marathon auf der Elisabethwarte geworden. Eine Woche später war das Race Across the Alps, das härteste Tagesrennen der Welt, wo ich auch Fünfter geworden bin. Eine Woche bin ich am KitzAlpBike-Marathon gefahren, dann wieder eine Woche später den Kitzbühler Radmarathon, wo ich wieder Gesamtvierter und bester Österreicher geworden bin. Bei dem Rennen begann die Serie mit den vierten Plätzen. Dann war ich bei meinem persönlichen Saisonhighlight, der Salzkammerguttrophy. Dort fahre ich immer die lange Strecke mit 210 Kilometern und 7.000 Höhenmetern. Als österreichischer Mountainbiker ist das sicher das Nonplusultra, weil viele Menschen zusehen und alles sehr gut organisiert ist. Ich bin leider wieder Vierter geworden knapp hinter dem Dritten. Der vierte Platz ist zwar bitter, aber ich habe gesehen, dass ich wieder näher an die Spitze rangekommen bin. Vor ein paar Jahre hatte ich noch über eine Stunde Rückstand auf den Sieger. Dieses Mal war ich nur mehr 21 Minuten dahinter.

Tips:Du hattest also ein sehr dichtes Programm?

Kaufmann: Jede Woche war ein anderes Rennen, was sehr anstrengend ist. Viele fahren zum Beispiel nur das Race Across the Alps und dann nichts mehr. Nach der Salzkammerguttrophy fiel ich in ein Loch, wo der Körper eine Pause gebraucht hat. Ich hatte dann noch zwei Wochen, um mich auf das Race Around Austria vorzubereiten, was etwas kurz ist. Ich war über acht Stunden schneller als letztes Jahr und bin aber leider wieder Vierter geworden. Das Rennen hat 2.200 Kilometer mit 30.000 Höhenmeter. Wir haben einiges verbessert im Vergleich zum vorigen Jahr. Die anderen schlafen aber auch nicht. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung. Irgendwann möchte ich das Race Across America fahren, was das höchste ist im Ultra-Radsport. Dafür war das Race Around Austria sehr lehrreich.

Tips:Wie erholt man sich nach einem anstrengenden Rennen?

Kaufmann: Beim Race Around Austria war ich drei Tage und 21 Stunden unterwegs und habe dabei weniger als vier Stunden geschlafen. Der extreme Schlafentzug macht das Rennen sehr gefährlich, weil man aufpassen muss, dass man auf dem Fahrrad nicht einschläft. Danach dauert es einige Zeit, bis man sich erholt. Man schläft täglich zehn Stunden, und wenn man aufwacht, ist man wieder müde. Ich bin zwei Wochen danach noch den Ötztaler Radmarathon gefahren, wo ich 44. wurde. Das war trotzdem ein cooles Ergebnis. In letzter Zeit bin ich einige kleinere Events gefahren wie die Cross-Country-Landesmeisterschaft in Ottenschlag oder die Alpen-Tour in Schladming, wo ich Zweiter wurde in der Teamwertung. Jetzt am Saisonende mache ich noch einige Laufveranstaltungen und einige Sachen, die mir Spaß machen. Ab November beginnt das Training für die neue Saison. Das letzte Highlight heuer wird die 24 Stunden-IMMOunited Stausee-Challenge kurz vor Weihnachten, die ich voriges Jahr ins Leben gerufen habe. Ich sammle dabei wieder Spenden für die Kronstorfer Kinderhilfe und würde mich freuen, wenn viele Tips-Leser kommen und mitlaufen oder etwas spenden.

Tips:Hast du bei den Rennen heuer etwas dazugelernt?

Kaufmann: Dazulernen tut man bei jedem Rennen, zum Beispiel was die Ernährung betrifft. Beim Race Around Austria habe ich gesehen, wie wichtig es ist, das richtige Material zu haben. Ich habe heuer von Intersport einen Zeitfahrer bekommen. In den flachen Gegenden in Niederösterreich und im Burgenland konnte ich damit richtig gut Gas geben. Je mehr Rennen ich fahre, desto mehr weiß ich, was mein Körper in gewissen Situationen braucht. Diese Erfahrung muss man selber machen. Was ich heuer dazugelernt habe, ist, dass ich teilweise etwas zu viele Rennen gefahren bin. Nächstes Jahr möchte ich mich auf einige spezielle Rennen konzentrieren. Leistungsmäßig bin ich heuer aber wieder etwas besser geworden. Ich weiß, was ich nächstes Jahr besser machen kann. Dann bin mir sicher, dass aus den vierten Plätzen bald Podestplätze oder vielleicht sogar Siege werden.

Tips:Bis wann willst du das Race Across America fahren?

Kaufmann: Ich bin jetzt 27. Bis ich 30 bin, möchte ich es fahren. Vielleicht schenke ich es mir zum 30. Geburtstag. Die Situation mit dem Reisen ist aber noch nicht so klar, deswegen will ich noch etwas abwarten. Für das Rennen muss man sich mehr oder weniger ein Jahr lang vorbereiten. Der Körper braucht lange, um sich von den Strapazen bei einem so langen Rennen zu erholen. Deswegen möchte ich zuerst bei Rennen wie der Salzkammerguttrophy erfolgreich mitfahren, dann kann ich in ein paar Jahren sicher einmal quer durch Amerika fahren.

Tips:Du hast von einem Sponsor einen neuen Caddy bekommen. Den kannst du sicher gut gebrauchen?

Kaufmann: Meine Sponsoren unterstützen mich sehr gut. Die Firma ToolFox aus Linz hat mir einen Caddy zur Verfügung gestellt, in dem ich auch einmal drinnen schlafen kann wenn ich unterwegs bin und in den ich das Fahrrad ganz reinbringe. Mit ABUS habe ich auch einen neuen Helm- und Trikotsponsor. Einige Firmen aus der Region unterstützen mich auch sehr gut. Mein Ziel ist es, weiter coole und extreme Rennen am Mountainbike und am Rennrad zu fahren wie das Race Across Italy oder das Race Across Germany. In der Schweiz gibt es das Rennen „Tortour“, wo man unglaublich viele Höhenmeter fährt. Ich möchte in Zukunft auch noch mehr Videos von meinen Events produzieren, weil die sehr gut ankommen.

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