Landesrätin Haberlander: Gesundheitsreferenten fordern Neugestaltung der notärztlichen Ausbildung
OÖ/ENNS. „Um sicherzustellen, dass auch in Zukunft in Österreich genügend Notärzte zur Verfügung stehen, fordern die Gesundheitsreferenten der Länder vom Gesundheitsministerium einhellig eine Neugestaltung der notärztlichen Ausbildung“, berichtet Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander.

Bisher waren viele Mediziner, die nach dem Turnus die Ausbildung zum Facharzt gemacht haben, auch als Notärzte im Einsatz. Nach einer gesetzlichen Änderung dürfen aktuell nur mehr fertig ausgebildete Fachärzte als Notärzte mit „Ius Practicandi“ arbeiten, nicht wie bisher nach drei Jahren, sondern erst nach mindestens sechs Jahren.
„Neben stationären und ambulanten Einrichtungen stellt die notfallmedizinische Versorgung die dritte Säule der Gesundheitsversorgung in Österreich dar. Dafür brauchen wir ausreichend gut ausgebildete Mediziner mit Befähigung, als Notarzt tätig sein zu dürfen. Die von uns geforderten gesetzlichen Änderungen sollen sicherstellen, dass der Bedarf an Notärzten auch zukünftig gedeckt werden kann, und sie sollen eine Notarztausbildung auf europäischem Niveau nachhaltig garantieren“, betont Haberlander.
Möglichkeit der Anstellung von Ärzten bei Ärzten soll Beruf „Hausarzt“ wieder attraktiver machen
Immer weniger Ärzte sind bereit, die Belastungen selbstständiger Berufsausübung – wie Investitionskosten, hoher Zeitaufwand oder persönliches finanzielles Risiko – auf sich zu nehmen. Das bedeutet zunehmend eine Herausforderung für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich. „Durch eine Anstellung könnten bereits praktizierende Ärzte entlastet und Jungärzten die Berufsausübung im niedergelassenen Bereich ermöglicht werden. Vorteile sind flexible Arbeitszeitgestaltung, Teilzeitmöglichkeiten oder Job-Sharing mit der Perspektive einer späteren Praxisübernahme. Das würde auch den Beruf 'Hausarzt' wieder deutlich attraktiver machen“, erklärt Gesundheits-Landesrätin Haberlander, die das Thema „Anstellung von Ärzten bei Ärzten“ bei der Konferenz der Gesundheitsreferenten in Wien gemeinsam mit Niederösterreich auf die Tagesordnung gebracht hat. „In anderen Mitgliedstaaten der EU, wie etwa in Deutschland, ist das bereits rechtlich möglich, das brauchen wir rasch auch in Österreich“, so Haberlander.


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