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ENNS. “Der Druck auf die Beschäftigten muss endlich sinken“, sind sich Klaus Haidinger, Stefan Bauer und Gottfried Lichtenberger aus Enns einig. Alle drei gehen als Ennser FSG-Kandidaten bei der Arbeiterkammer-Wahl an den Start.

Stefan Bauer, FSG-Landesvorsitzender Andreas Stangl, Gottfried Lichtenberger und Klaus Haidinger (v.l.)Foto: FSG OÖ / Wimmer

„Viele Beschäftigte fürchten, dass sie unter diesen Voraussetzungen nicht bis zur Pension durchhalten können. Deshalb muss der Druck endlich sinken“, warnt Klaus Haidinger, Betriebsrat in der voestalpine, der für die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter bei den AK-Wahlen kandidiert. Gemeint ist das neue, mit 1. September 2018 in Kraft getretene, Arbeitsgesetz, das eine 60-Stunden-Woche ermöglicht. 

Arbeit darf nicht krank machen

„Es ist ganz klar, dass wir ein modernes Arbeitszeitgesetz brauchen. Eines, das nicht nur die Interessen der Wirtschaft und der Industrie in den Vordergrund stellt, sondern eines, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagt auch Stefan Bauer, Zentralbetriebsrats-Vorsitzender beim Sozialhilfeverband Linz-Land. „Die arbeitenden Menschen, die bei uns täglich tolle Leistungen erbringen, brauchen Planbarkeit und müssen vor Gesundheitsrisiken geschützt werden. Arbeit darf nicht krank machen“, so Bauer weiter.

Kehrtwende bei der Arbeitszeit notwendig

Haidinger betont, dass die Österreicher bereits jetzt im europäischen Vergleich bei der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit im Spitzenfeld liegen: „Das ist auch ein Resultat der vielen Überstunden, von denen nach wie vor jede fünfte unbezahlt bleibt.“ Deshalb plädiert er für eine rasche Kehrtwende: „Wir sollen nicht länger arbeiten, sondern die Arbeitszeit Schritt für Schritt verkürzen. Parallel dazu sollen die Betriebe verpflichtet werden, ausreichend Personal einzustellen, um der krankmachenden Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken.“

1.700 Euro Mindestlohn

„Wer arbeitet, muss auch davon leben können“, fordert Gottfried Lichtenberger, Regionalsekretär bei der GPA-djp. Mit dem kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.500 Euro wurde 2017 ein Meilenstein gesetzt. Das könne aber nur ein Zwischenschritt gewesen sein. „Deshalb fordern wir einen Mindestlohn von 1.700 Euro und einen leichteren Wechsel von Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung“, sagt Lichtenberger.

Faire Chancen für ältere Beschäftigte

Haidinger fordert darüber hinaus faire Chancen für ältere Beschäftigte: „Gerade ältere Kollegen bringen viel Erfahrung und viele Kompetenzen mit. Trotzdem sind sie auf dem Arbeitsmarkt oft benachteiligt. Werden sie einmal arbeitslos, bekommen sie nur schwer eine neue Beschäftigung.“ Deshalb sei es nur fair, die erfolgreiche Aktion 20.000 wiederaufzunehmen. Mit dieser Aktion wurden Arbeitsplätze im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich für ältere Arbeitnehmer geschaffen. Darüber hinaus sollen Unternehmen, die überdurchschnittlich viele ältere Beschäftigte kündigen, Strafe zahlen müssen.

Altersteilzeit

Auch bei der Altersteilzeit fordern Haidinger, Bauer und Lichtenberger ein Umdenken. Die Erhöhung des Zugangsalters zur Altersteilzeit müsse daher zurückgenommen werden. Außerdem müsse ein Rechtsanspruch auf die Altersteilzeit eingeführt werden, um diese auch wirklich für alle Beschäftigten zu ermöglichen.


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