Neos-Gemeinderat Thomas Madler fordert Gratis-Nachmittagsbetreuung in Asten
ASTEN. SP-Landeschefin Birgit Gerstorfer ließ vor kurzem mit der Forderung, die 2018 eingeführte Gebühr für die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten wieder abzuschaffen, aufhorchen. Dass die Astener SPÖ damals für die Gebühren gestimmt hat, irritiert NEOS-Gemeinderat Thomas Madler.

„Auch NEOS fordern seit 2018 die kostenlose Nachmittagsbetreuung, da es vielfach dokumentiert und erforscht ist, dass ein hochwertiges und leistbares Kinderbetreuungsangebot der Schlüssel zu mehr Berufstätigkeit, mehr Unabhängigkeit und weniger Altersarmut vor allem unter Müttern ist“, argumentiert Madler, der selbst zwei Kinder in der Astener Nachmittagsbetreuung hat. Dem Gemeinderat geht es jedoch nicht nur um eine Entlastung der Eltern. Kindergärten seien als erste Bildungseinrichtung auch sehr wichtig für die Erziehung der Kinder. „Deswegen sollte es nicht vom Geld abhängig sein, ob Kindern eine Nachmittagsbetreuung ermöglicht wird oder nicht“, so Madler.
Landesbeitrag für Asten beträgt mehrere 100.000 Euro
Bürgermeister Karl Kollingbaum (SPÖ) kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Die Gebühren für die Nachmittagsbetreuung sind im Kinderbetreuungsgesetz des Landes Oberösterreich verankert. Hätten wir damals dagegen gestimmt, hätte die Gemeinde Asten vom Land keine Förderungen für die Kinderbetreuung erhalten“, behauptet er. Das Büro von Bildungs-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) bestätigt diese Aussage. Der Landesbeitrag an die Gemeinde Asten betrage für die gesamte Kinderbetreuung mehrere hunderttausend Euro im Jahr. Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Bestimmungen würden die Förderungen zur Gänze ausbleiben. Die von den Eltern zu entrichtenden Gebühren sind außerdem sozial gestaffelt und werden in Härtefällen ganz gestrichen.
Linzer Modell als Vorbild
Thomas Madler geht es jedoch ums Prinzip. „Man kann nicht gleichzeitig für und gegen etwas sein. Als einzig schuldenfreie Gemeinde könnte Asten sich eine kostenlose Kinderbetreuung leisten“, meint er. Asten könne sich am Linzer Modell orientieren, das deutlich geringere Gebühren zur Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten vorsieht (bis zu einem Haushaltsbrutto von 1.472 Euro ist nichts zu bezahlen, ab etwa 4.200 Euro der Maximalbetrag von 54 Euro).


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