Nicole Zehetner-Grasl: "Das Alter ist für mich nur eine Zahl"
HOFKIRCHEN. In Hofkirchen wird wie bereits berichtet die 25-jährige Quereinsteigerin Nicole Zehetner-Grasl als Kandidatin der ÖVP ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen. Tips traf sie zum Interview.

Tips: Seit wann sind Sie in der ÖVP?
Zehetner-Grasl: Ich bin erst seit 31. März politisch aktiv, also ein richtiger Quereinsteiger. Eine Freundin von mir arbeitet auf der Gemeinde in der Verwaltung und hat mir viel darüber erzählt. Darum habe ich mit dem Gedanken gespielt, ob das Bürgermeisteramt ein Job für mich ist. Ich war vorher nicht einmal Gemeinderats- oder Parteimitglied. Politik hat mich aber schon immer interessiert. Der Zeitpunkt passt einfach gerade für mich.
Tips: Glauben Sie, dass Ihr Alter für manche Wähler ein Problem darstellen könnte?
Zehetner-Grasl: Das Alter ist für mich nur eine Zahl. Ich habe mich viel mit anderen jungen Bürgermeistern unterhalten, und sie sagten, dass es für sie kein Problem war. Ältere Bürgermeister müssen sich genauso in die neuen Aufgaben einarbeiten. Ich bringe andere Zugänge mit, zum Beispiel im Social Media-Bereich, und die Möglichkeit, einen frischen Wind reinzubringen. In meinem Team brauche ich aber erfahrene Leute, die die Abläufe und Gesetze kennen.
Tips: Eine junge Bürgermeisterin würde ohnehin gut zur im Durchschnitt jüngsten Gemeinde im Bezirk Linz-Land passen.
Zehetner-Grasl: Das stimmt. Hofkirchen liegt zentral zwischen Steyr, Enns, Linz und Wels. Wir haben viel Zuzug, besonders von jüngeren Leuten. Ich bin gerade dabei, mein eigenes Team bestehend aus Gemeindebürgern verschiedenen Alters, verschiedener Ausbildungen und Berufe und aus allen Ortsteilen zu bilden.
Tips: Hilft Ihnen auch Noch-Bürgermeister Thomas Berger?
Zehetner-Grasl: Thomas ist ein guter Freund meines Vaters und kennt mich schon, seitdem ich ein Baby bin. Er steht mir immer mit Rat und Tat zur Seite und wird zukünftig noch im Bauamt tätig sein. Auch zu Altbürgermeister Johann Lachmair habe ich guten Kontakt.
Tips: Sie arbeiten Vollzeit als Personalentwicklerin im Med Campus Linz. Lässt sich Ihr Job mit dem Bürgermeisteramt vereinen?
Zehetner-Grasl: Geplant ist, dass ich zwanzig Stunden im Job und zwanzig Stunden als Bürgermeisterin arbeite. Ich kann meine Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten und auch im Homeoffice arbeiten.
Tips: Wie sieht Ihr Familienstand aus?
Zehetner-Grasl: Ich bin ledig und kann mich daher voll meiner Aufgabe widmen. Mein Freund ist als Bauleiter sehr viel unterwegs und unterstützt mich sehr.
Tips: Was haben Sie im Wahlkampf geplant?
Zehetner-Grasl: Der Wahlkampf wird sehr spannend. Mein Ziel ist es, ab Mitte Juni 820 Haushalte zu besuchen, Neuzugezogene kennenzulernen und viele kleine Aktionen im Freien zu veranstalten. Ich will die Ideen der Menschen für Hofkirchen hören.
Tips: Welches Ergebnis rechnen Sie sich für die Wahl aus?
Zehetner-Grasl: Ich bin sehr optimistisch. Hofkirchen ist traditionell eine ÖVP-Gemeinde. Ich möchte mich aber nicht auf den Lorbeeren meiner Vorgänger ausruhen.
Tips: Werden Sie als Bürgermeisterin Marketenderin im Musikverein bleiben?
Zehetner-Grasl: Dem Musikverein bleibe ich auch weiterhin treu. Wir hatten bereits unsere erste Probe. Es ist schön, dass die Vereine wieder etwas unternehmen dürfen. Es wird ein lustiges Bild abgeben, wenn die Bürgermeisterin bei einer Veranstaltung auch Marketenderin ist, aber dafür geniere ich mich nicht.


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