„NÖ Finanzführerschein“ für Schülern von Polytechnischen Schulen
ST. VALENTIN. Das Land Niederösterreich, die Arbeiterkammer Niederösterreich und die Schuldnerberatung Niederösterreich führen an ausgewählten Schulen das Projekt „Finanzführerschein“ durch. Die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) stellten gemeinsam mit Arbeiterkammer NÖ Präsident Markus Wieser und Schuldnerberatung NÖ Geschäftsführer Michael Lackenberger die Initiative zur Stärkung der Finanzbildung junger Menschen vor.

Energiekrise, Energiepreise und Lieferkettenschwierigkeiten spüren alle, auch die jungen Menschen. Mit dem Finanzführerschein sollen die Schüler kompetenter in Finanzangelegenheiten werden. „Polytechnischen Schulen sind die beste Vorbereitung auf eine Lehre, wo infolge die jungen Menschen zum ersten Mal das selbst verdiente Geld in den Händen halten“, so die Verantwortlichen. Daher sei es naheliegend, in den Polytechnischen Schulen den Finanzführerschein anzubieten.
Auch PTS St. Valentin Testschule
Im April 2023 wurde das Pilotprojekt an den drei Testschulen Böheimkirchen, Mank-Melk und St. Valentin erstmals angeboten. Nun sind zwölf Schulen am Projekt interessiert, neun davon sind Polytechnischen Schulen. In fünf Modulen zu je zwei Stunden wird dabei praxisnahes Wissen vermittelt.
Schulden vorbeugen
Die Schuldnerberatung sei seit über 30 Jahren ganz wichtiger Partner des Landes Niederösterreich. Der Rückblick in die Schuldnerberatung zeigt, dass die Menschen vor allem beraten wurden, wenn sie schon Schulden hatten. Heute gibt es bei der Schuldnerberatung unterschiedliche Angebote. Seit 2015 gibt es das betreute Konto in Niederösterreich, wo Menschen betreut werden, um in ihren Finanzprioritäten gestärkt zu werden. Darüber hinaus gibt es die Budgetberatung, um gar nicht in die Schuldenfalle hineinzukommen. Dann gibt es die Finanzbildung, die sich vor allem an junge Menschen richtet. Die Finanzbildung wurde in den letzten Jahren immer mehr angenommen. 2023 haben 650 Menschen die Finanzbildungsberatung der Schuldnerberatung in Anspruch genommen. Die Durchschnittsverschuldung von jungen Menschen hat sich von 2019 bis 2023 von 26.758 Euro auf 28.081 gesteigert.
Künftig gleiche Bedeutung wie Autoführerschein
Schuldnerberatung NÖ Geschäftsführer Michael Lackenberger erklärte: „Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, wie sehr Menschen unter Schulden leiden.“ Vor allem viele junge Menschen würden oft in die Schuldenfalle tappen. Das liege laut Lackenberger an zwei Gründen: Einerseits sei es „leicht geworden“ Schulden zu machen, andererseits bieten soziale Medienplattformen viele Möglichkeiten. Besonders junge Menschen seien anfällig, weil sie keine Vorerfahrung im Finanzbereich hätten. Der Finanzführerschein soll Basisfinanzbildung anbieten und die jungen Menschen auf das Erwerbsleben vorbereiten. Er wünsche sich für „die Zukunft, dass der Finanzführerschein genauso wichtig wird wie der Autoführerschein“.


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