Vom Klavier zur Elite-Uni
ENNS. Der international renommierte Wissenschafter Peter Egger berichtete im Gespräch mit dem Obmann des Museumsvereins Gottfried Kneifel von seinen wissenschaftlichen Arbeiten.

Im Auerspergsaal des Museums 1212 war der Wirtschaftswissenschafter Peter Egger zu Gast und bot im Gespräch mit dem Obmann des Museumsvereins Gottfried Kneifel Einblicke in seine wissenschaftliche Arbeit.
Der aus Enns stammende Peter Egger erzählte, dass er mit 15 Jahren noch nicht einmal gewusst habe, wie man „Ökonomie“ schreibt. Doch mit viel Fleiß und über den Umweg eines Klavierstudiums wurde Egger zum international gefragten Wirtschaftswissenschafter. Derzeit unterrichtet er an der ETH Zürich, die er als weltweit beste Universität bezeichnet, die den Forschenden viel Freiräume bietet.
Auf die Frage Kneifels wie groß der Einfluss des Zufalls in der Wissenschaft sei, antwortete Egger mit 80 Prozent. Das beinhaltet eine wissenschaftliche Offenheit. Egger: „Manchmal bekommt man die Frage 'Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?'. Wenn ich das jetzt schon wüsste, wäre ich im falschen Leben.“
Wie die wissenschaftliche Offenheit gehört auch der wissenschaftliche Zweifel zu Eggers Wesensmerkmalen. Er erlaubt sich alles auf Überprübarkeit zu hinterfragen und nimmt auch den Selbstzweifel nicht aus. Egger unterscheidet deutlich zwischen wissenschaftliche Zweifel, der mit wissenschaftlicher Methodik bearbeitet wird, und Wissenschaftstrotz, wo Wissenschaft grundsätzlich abgelehnt wird.
Aktuell erforscht Egger in China alle (!) Gebäude und ist daher oft in China. An der chinesischen Bevölkerung schätzt Egger die Wissbegierigkeit und die Bereitschaft, 80 Stunden pro Woche zu arbeiten. Das entspricht in etwa seinem Arbeitspensum. Dennoch findet er zwei Stunden pro Tag Zeit zum Klavierspielen.


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