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ENNS. Karl Riedl aus Enns verfasste einen Leserbrief zum Thema Panattoni-Park in Enns.

 (Foto: mott)
(Foto: mott)

Unfassbar wie zwiespältig die Meinung von Politikern ist. Da gibt es die eine Gruppe von Politikern welche den Flächenfraß durch Beschränkungen der Grundfläche für Einfamilienhäuser als Lösung sehen und die andere Gruppe von Politikern die um jeden Preis Neuerrichtungen von Gewerbeparks, Einkaufszentren und Logistikhallen befürworten. Aber eines habe beide gemeinsam, leichtfertig wird wertvolle unverbaute Ackerfläche unwiederbringlich zerstört. Zwar hängt weitestgehend für uns Menschen das Leben von intakten und fruchtbaren Böden ab, aber sie sind auch unabdingbar für Trinkwasser, für saubere Luft und Abkühlung im Sommer notwendig.

Ist das Projekt „Panattoni-Park Ennshafen“ auch wirklich ein Meilenstein? Auch wenn Herr LR Achleitner von einer Aufwertung des Industriegebietes und von einer trimodalen Anbindung spricht, so steht eindeutig fest, dass der Gewerbepark zum einen nur intermodal genutzt werden kann und zum anderen verursacht er in dieser Form eine zusätzliche Belastung des Klimas obwohl dies leicht verhindert werden könnte. Beim neuen Gewerbepark ist kein Gleisanschluss vorgesehen. Eine Nutzung des Gewerbe Parkes kann daher nur intermodal erfolgen. Intermodal bedeutet, dass Container, Sattelauflieger oder ganze Lastkraftwagen für einen Teil ihres Weges mit der Eisenbahn oder dem Schiff befördert werden; das Abholen und Zustellen der Ware geschieht dabei auf der Straße.

Bereits 2018 wurde von der Politik ein Meilenstein des Industriegebietes Ennshafen hervorgehoben, die Errichtung einer Logistikhalle von 11.000 m2. Schon 5 Jahre später ist vom Meilenstein wenig übrig, nach längerem Leerstand wird die Logistikhalle derzeit, wenn überhaupt nur in einem sehr geringen Umfang genutzt.

Der Projektbetreiber des „Panattoni-Park Ennshafen“ wirbt mit einer Zertifizierung nach DGNB-Goldstandard. Beim DGNB-Zertifizierungssystem für nahhaltige Bauten stehen Kreislaufwirtswchaft, Klimaschutz und die Gesundheit des Menschen im Vordergrund. Auch wenn umfangreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu begrüßen sind, so scheint der Bereich Verkehr nicht ganz durchdacht zu sein. Alleine durch eine Führung der Verkehrswege am Areal des Gewerbeparks wird eine enorme Umweltbelastung verursacht. Durch die vorgesehene Verkehrsführung, es ist nur eine einzige Zu-und Abfahrt vorgesehen und einer Einbahnführung werden etwa 20.000 km pro Jahr bzw. 4 Tonnen CO2 durch PKW bzw. LKW bewirkt.

Karl Riedl, Enns

Meinungen in Leserbriefen müssen sich nicht mit denen der Redaktion decken. Wir behalten uns vor, Briefe aus Platzgründen zu kürzen.

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