Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ENNSDORF. Immer mehr Lkw rollen durch die niederösterreichische Gemeinde. Viele der Fahrzeuge nutzen die Strecke durch das Gemeindegebiet, um schneller ans Ziel zu kommen oder die Autobahnmaut zu umgehen. Daher initiierte die SPÖ Ennsdorf am Mittwoch, 15. Mai, eine zweistündige Sperre der Westbahnstraße, um auf die belastende Verkehrssituation aufmerksam zu machen.

„Es reicht“- die Ennsdorfer wollen eine LKW-freie Ortsdurchfahrt (Foto: Wolfgang Simlinger)
  1 / 2   „Es reicht“- die Ennsdorfer wollen eine LKW-freie Ortsdurchfahrt (Foto: Wolfgang Simlinger)

Mit Scherengittern wurde die frisch asphaltierte Westbahnstraße zwischen der Kreuzung beim Gasthof Stöckler und dem Kreisverkehr bei Windpassing gesperrt. Wenige Minuten vor der Blockade rollte der Verkehr ungehindert durch den Ort. Viele Lkw waren dabei, darunter auch ausländische Fahrzeuge, die die Ennsdorfer Ortsdurchfahrt als Alternativroute nutzen. Pro Tag werden hier 8.700 Fahrzeuge gezählt, davon 680 Lkw. In Ennsdorf ist man Verkehrsprobleme gewohnt. Jahrelang lief der Verkehr durch den Ortsteil Windpassing zur Mauthausenbrücke und es brauchte insgesamt zehn Protestaktionen, bis hier eine Ortsumfahrung errichtet wurde. „Seit zehn Jahren fordern die Bürger ein Lkw-Durchfahrtsverbot, aber es wird seitens der Behörden immer wieder abgelehnt mit dem Argument, es sei kompliziert und teuer“, ärgert sich Bürgermeister Daniel Lachmayr von der SPÖ. Heftige Kritik am Ennsdorfer Bürgermeister kommt von FPÖ-Bezirksparteiobmann Alexander Schnabel, der Lachmayr vorwirft, die regionale Wirtschaft im Westwinkel zu zerstören.

Alternativroute in St. Valentin

Im Herbst 2023 gab es einen konstruktiven Termin gemeinsam mit der Nachbargemeinde St. Valentin mit dem zuständigen Landesrat Udo Landbauer von der FPÖ. Dabei ging es um den Ausbau der Humelfeldstraße zwischen OMV-Tanklager und dem Gewerbegebiet in St. Valentin. Diese Straße ist aktuell zu schmal für den Schwerverkehr. Eine Ertüchtigung der Straße wäre Voraussetzung für ein Lkw-Fahrverbot in Ennsdorf.

Probleme an der Umfahrung

Auch in Oberösterreich wären Maßnahmen notwendig, um den Lkw-Verkehr in geordnete Bahnen zu lenken. Lkw, die aus Richtung Steyr kommen, sollten eigentlich beim Ennser DM-Lager über die Fabrikstraße zur Umfahrung Enns gelangen. Die Einmündung in die B1 ist allerdings für Lkw kaum zu bewältigen. Schwerfahrzeuge müssen an dieser Stelle bergauf anfahren und die Umfahrungsstraße queren, was bei starkem Verkehr praktisch unmöglich ist. Der Ennser Bürgermeisterkollege Christian Deleja-Hotko von der SPÖ zeigte sich solidarisch mit den Ennsdorfern: „Wir kämpfen in Enns ebenfalls für ein Lkw-Durchfahrtsverbot. Laut Landesrat Steinkellner von der FPÖ ist die Planung für die Neugestaltung des Knotens Fabrikstraße fertig, aber es fehlt am Geld. Erst wenn der Knoten so umgestaltet ist, dass die Lkw problemlos auf die B1 auffahren können, ist auch in Enns ein Lkw-Durchfahrtsverbot möglich.“ Herbert Pühringer, Sprecher der Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing, rechnet damit, dass nach dem Neubau der Mauthausenbrücke durch den vierspurigen Ausbau der Zufahrtsstraße der Verkehr weiter zunehmen wird. „Die meisten Autofahrer wollen von Oberösterreich nach Oberösterreich und haben keinen Beziehungspunkt zu Niederösterreich“, stellte er klar.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden