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Millionenpleite in Baubranche: Perger Unternehmen mit Standort in Ennsdorf meldet Insolvenz an

Rafael Haslauer, 09.11.2016 12:13

ENNSDORF. Die Firma GLS Bau und Montage G.M.B.H, 4320 Perg, hat am Landesgericht Linz den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt, berichtet Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform.  

Foto: Wodiska
Foto: Wodiska

Das Unternehmen wurde 1988 gegründet und beschäftigt sich mit Hoch- und Tiefbau, Liegenschaftsentwicklung, Geräteverleih, Baumaschinenhandel und Transport. Auch im Wirtschaftspark Ennsdorf befindet sich eine Werkstätte der Firma GLS sowie zusammen mit dem Tochterunternehmen, RW Montage GmbH, eine 2.900 m2 große Stahlbau-Fertigungshalle und 20.000 Quadratmeter Lagerfläche.

Die Insolvenzursachen liegen in den immensen Mehrkosten der gemeinsamen Großbaustelle zur Generalsanierung der Wiener Praterbrücke (A23, Südosttangente). Betroffen sind etwa 1.130 Gläubiger  (894 bei GLS Bau und 240 bei RW Montage) und 280 Dienstnehmer (221 bei GLS Bau und 64 bei RW Montage).

Der Status gestaltet sich wie folgt

GLS Bau und Montage GmbH: den Aktiva von rund 26,4 Millionen Euro (Liquidationswert)  stehen Passiva von zirka 54 Millionen Euro gegenüber. Es handle sich bei dieser Insolvenz sowohl von der Höhe der Schulden als auch von den betroffenen Arbeitsplätzen her um den mit Abstand größten Fall dieses Jahres in Oberösterreich.

ASFINAG: Leistungen der Baufirma GLS bei Sanierung der Praterbrücke korrekt beglichen

Medienberichte, wonach Mehrkosten bei der Sanierung der Wiener Praterbrücke die Firma GLS Bau- und Montage GmbH in die Insolvenz getrieben hätten, weist die ASFINAG zurück. „Wir bedauern die Insolvenz des Unternehmens mit seinen 285 Mitarbeitern“, sagt Gernot Brandtner, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH, „wir wollen aber auch die Fakten klarstellen.“ Die Sanierung der Praterbrücke sei sowohl was den Zeitplan, als auch die Kosten anbelangt im Plan. Tatsache ist: Für eine ursprünglich mit 175.000 Euro angebotene Teil-Leistung bei der Sanierung hat die GLS, bald nach Beginn der Arbeiten, der ASFINAG Mehrkosten in Höhe von 176 Millionen Euro in Aussicht gestellt – also mehr als das Tausendfache. Die GLS hat diese Mehrkosten in mehreren Gesprächsrunden schrittweise auf letztlich 9,5 Millionen Euro reduziert – das ist immer noch rund das Vierzigfache des marktüblichen Preises. Brandtner: „Natürlich kann es immer sein, dass bei einer Sanierung die ursprünglich geplanten Kosten steigen, eine sprunghafte Steigerung von 175.000 Euro auf 176 Millionen Euro und dann wieder zurück auf 9,5 Millionen Euro ist für uns nicht nachvollziehbar.“

Gewerkschaft sichert rasche Hilfe zu

Noch vor Weihnachten sollen die Beschäftigten der insolventen Baufirma GLS´, Geld aus dem Insolvenzfonds bekommen, wenn es nach der Gewerkschaft Bau-Holz geht. Dazu muss freilich schnell eine Betriebsversammlung einberufen werden. „Wir wollen noch nächste Woche starten. Immerhin kann die Firma weder Novembergehälter noch Weihnachtsgeld zahlen. Unser Ziel ist, dass die Beschäftigten noch heuer Geld sehen“, stellt Harald Dietinger, Geschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz, rasche Hilfe in Aussicht.

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