Mehr Vielfalt auf dem Wahlzettel und frischer Wind im Gemeinderat
ESTERNBERG. In Esternberg tritt heuer erstmals eine Grüne Gemeindegruppe zur Gemeinderatswahl an. Spitzenkandidat Berthold Wöss spricht im Tips-Interview über die Gründung der Gruppe, deren Werte sowie die Ziele bei der Wahl und wie die Grünen in Esternberg zur Asyldebatte stehen.

Tips: Wie kam es dazu, dass eine Grüne Gemeindegruppe in Esternberg gegründet wurde?
Berthold Wöss: Teilweise wurden wir von den Grünen Oberösterreich kontaktiert, einer von uns hat sich aber auch aktiv aufgrund der Zeitungskampagne „Wir brauchen dein Grünes Herz“ bei den Grünen OÖ gemeldet und Interesse an der Gründung einer Grünen Gemeindegruppe bekundet. Die Grünen OÖ haben dann den Kontakt zwischen uns hergestellt.
Tips: Wie haben sich die Personen für die Gruppe gefunden und welche Esternberger würden gerne in den Gemeinderat einziehen?
Wöss: Anfangs waren wir vier Personen. Beim nächsten Stammtisch wuchs unsere Gruppe dann auf zehn Personen, die sich alle für Grüne Gemeindepolitik interessierten. Diese zehn Personen sind nach wie vor Teil der Gemeindegruppe und sie alle stehen nun auf der Liste für die Gemeinderatswahl (siehe Foto oben).
Tips: Wofür steht die Grüne Gemeindegruppe?
Wöss: Wir stehen für Umweltschutz, Offenheit, Vielfalt, Solidarität und Autonomie.
Tips: Was soll sich Ihrer Ansicht nach in Zukunft in Esternberg verändern?
Wöss: Grundsätzlich möchte ich festhalten, dass in der Vergangenheit sehr gute politische Arbeit für Esternberg geleistet wurde. In die zukünftige Gemeindearbeit wollen wir unsere eben genannten Grundsätze möglichst effizient und konstruktiv einfließen lassen. Ganz konkret wollen wir eine naturnahe Landwirtschaft unterstützen, das Interesse für den öffentlichen Verkehr wecken und mithelfen, neue Ideen für den Individualverkehr zu finden. Im Bereich Wirtschaft wollen wir durch Information zu bewusstem Konsum anregen. Außerdem ist uns eine weitgehende wirtschaftliche Unabhängigkeit und Krisensicherheit durch regionale Versorgung wichtig. Im gesellschaftlichen Bereich wollen wir für einen offenen und toleranten Umgang der Menschen untereinander eintreten, unabhängig vom jeweiligen Lebensmodell.
Tips: Was denken die Esternberger über die Grüne Gemeindegruppe?
Wöss: Es waren größtenteils positive Rückmeldungen, die wir gehört haben, wie „Wird eh Zeit, dass sich mal was tut!“ oder „Schön, dass man bald Grün wählen kann!“. Negatives hört man eher nicht, am ehesten gibt es vielleicht dort und da noch Verunsicherung, warum man überhaupt eine Grüne Gemeindegruppe braucht. Dieser Unsicherheit möchten wir mit gezielter Information und Veranstaltungen entgegenkommen. Für Anfang August ist eine Grüne Gemeindezeitung an alle Haushalte geplant, die beschreibt, wer wir sind und wofür wir stehen. Am 22. August wird es außerdem ein großes Grünes Fest mit Musik und Bio-Produkten beim Kirchawirt z“Esternberg geben, wo wir uns noch einmal vor möglichst vielen Leuten als Grüne Gemeindegruppe präsentieren wollen.
Tips: Warum möchten Sie in den Gemeinderat einziehen und welches Wahlziel verfolgen Sie?
Wöss: Wir möchten für mehr Vielfalt auf dem Wahlzettel und für frischen Wind im Gemeinderat sorgen. Bei den Wahlen auf Landes- oder Bundesebene in den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, dass die Grün-Wähler in Esternberg immer mehr werden. Jetzt möchten wir auch auf Gemeindeebene eine echte Alternative bieten, die sich mit neuen, konstruktiven Ideen einbringt. Unser Ziel sind drei Gemeinderatssitze, die wir mit unseren Spitzenkandidaten, neben mir noch Hans Breit und Elke Dorfer, besetzen möchten.
Tips: Wie stehen Sie zur aktuellen Flüchtlingsdebatte?
Wöss: Dazu möchten wir ganz klar Stellung beziehen. Wir sind der Meinung, dass man den ankommenden Flüchtlingen wohlwollend entgegenkommen und deren Integration auch ermöglichen muss, statt sie immer nur einseitig einzufordern. Die Verteilungsproblematik sowie die Ursachen für die Fluchtbewegungen müssen auf internationaler bzw. nationaler Ebene gelöst werden. Auf lokaler Ebene müssen wir uns aber, so gut es geht, mit den Auswirkungen dieser globalen Krisen auseinandersetzen und gute Lösungen für alle Beteiligten finden.


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