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FELDKIRCHEN. Die Menschen werden immer älter. Die Folge: Der Bedarf an Pflegeplätzen wird steigen. Zudem sind auch neue Formen der Betreuung gefragt. In Feldkirchen wird daher an einem Pilotprojekt gearbeitet.

Die Pflege in der Zukunft braucht neue Ansätze. Foto: Yakobchuk Viacheslav/shutterstock.com
Die Pflege in der Zukunft braucht neue Ansätze. Foto: Yakobchuk Viacheslav/shutterstock.com

„Wir Leben nunmal in einer Zeit in der unsere Gesellschaft mit ständiger und rascher Veränderung umgehen muss. Das betrifft alle Lebensbereiche und alle Altersgruppen. Wir haben den Anspruch, auf der einen Seite den dörflichen Charakter der Gemeinde zu erhalten und auf der anderen Seite wollen wir uns zeitgemäß weiterentwickeln. Darum gibt es bei uns den Beteiligungsprozess Vision Feldkirchen 2.0, bei dem auch Themen wie ein zeitgemäßes Wohnangebot für ältere Menschen bearbeitet werden“, erklärt der Vizebürgermeister von Feldkirchen David Allerstorfer, der auch zum Nachdenken anregen möchte: „Wenn beim Thema ­ältere Menschen nur Kosten, Pflegeschlüssel und Effizienzsteigerung im Vordergrund steht, dann würde ich sagen, da muss sich was ändern. Auch im Hinblick auf die Attraktivität des Pflegeberufes. Es ist auf jeden Fall zu wenig Geld für unsere älteren Menschen im öffentlichen Haushalt vorgesehen. Darum halte ich auch nichts vom populistischen Kampfbegriff der Schuldenbremse, wenn gleichzeitig die Bedingungen für die Menschen die pflegen und die Menschen die Pflege bedürfen immer schlechter werden.“

Infrastruktur spricht dafür

Geht es nach dem Plan der Verantwortlichen soll mit dem Bau der 16 Wohnungen im ersten Halbjahr 2020 begonnen werden. 18 Monate später könnten die Wohneinheiten fertiggestellt sein. Allerstorfer: „Das Angebot der „Alternativen Wohnform“ ist völlig neu, soll auf der einen Seite leistbares Wohnen sicherstellen und andererseits dem Pflegeerfordernis von Menschen mit Pflegestufe eins bis drei entsprechen.“ Für den Politiker spricht auch die ­Infrastruktur rund um den Standort für den Bau der Wohnungen: „Es gibt in der Nähe eine Apotheke, eine tolle Ärztin und auch unsere Leute vom bestens ausgestatteten Samariterbund sind praktisch in Rufweite.“

Schwierige Prognose 

Auch Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer steht hinter dem Projekt: „Am 10. Dezember soll in der Sitzung des Sozialhilfeverbandes der Standort Feldkirchen beschlossen werden. Die Kosten teilen sich Wohnbau, Sozialabteilung und Sozialhilfeverband. „Ich freue mich sehr, dass Feldkirchen die Chance ergriffen hat, einer der ersten Pilot-Standorte zu werden. Gerade in den Bezirken Urfahr-Umgebung und Perg steigt aufgrund der demografischen Entwicklung der Bedarf an Pflegeplätzen in den nächsten Jahren stark an.“ Wie stark Feldkirchen von dieser Entwicklung betroffen ist, lässt sich schwer sagen. Allerstorfer: „Es ist unmöglich, Vorhersagen zu treffen. Fakt ist, die Demographiekurve zeigt uns, dass die Nachfrage nach einem Angebot für ältere Menschen sicher nicht sinken wird. Ich persönlich glaube, dass der Bedarf nach diesen Wohnformen stark steigen wird, darauf sollte sich die Bundes- und Landespolitik unbedingt vorbereiten.“


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