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FREISTADT. Es soll schon vorgekommen sein, dass zeitaufwändige Inszenierungen gewisse Längen aufweisen. Nicht so bei Ulf Dückelmann: seine Version des Faust-Themas ist keine Mogelpackung, die Größe vortäuscht und deren Inhalt enttäuscht. Ganz im Gegenteil!

Foto: Loucaz Steinherr
Foto: Loucaz Steinherr

Nach den Produktionen „Die Dämonen“ und „Die Barbaren“ steht heuer eine der berühmtesten Geschichten der Weltliteratur über das Streben nach Erkenntnis am Programm. Die Neufassung des „Faust“-Themas zieht den Zuschauer wie einen Sog mitten in das Geschehen. Autor und Regisseur Ulf Dückelmann verbindet, inspiriert von mehreren Faust-Bearbeitungen (Goethe, Dostojewsky, Bulgakow), die für ihn als Kernstoffe heraustretenden Handlungsstränge und die ewige Sinnsuche zu einer neuen Geschichte und führt sie ins Heute. Der drohende Untergang einer zerrissenen Familie zieht sich wie Nebelschwaden durch die Messehalle.  Das Böse ist immer und überall und es zeigt sich in vielen Facetten. Die Geschwister Margarete und Heinrich leiden nicht nur unter ihrer lasterhaften und streitsüchtigen Mutter. Ein zweifelhafter Doktor und sein charismatischer Assistent dirigieren als teuflisches Paar das Geschehen. Wer sind die Guten, wer die Bösen? Dückelmann versteht es brillant, menschliche Abgründe in dämonische Geschichten zu gießen. Videoeinspielungen importieren die Außenwelt auf eine Bühne, die in ihrer Größe wie geschaffen ist, faszinierende Bilder und Stimmungen zu erzeugen. Berührende Klaviermusik von Anna Pavlowa und das Lichtkonzept von Hubert Wolschlager tun ihr Übriges, um Atmosphäre zu schaffen. Nahezu vier Stunden sind vorüber und man fragt sich: Wer hat an der Uhr gedreht?

Die nächsten Aufführungen finden Freitag, 24. 7., Samstag, 25. 7. und Sonntag 26. 7. jeweils um 20 Uhr statt. Karten: 0650 / 62 84 141 bzw. www.theaterzeit.at


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