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MÜHLVIERTLER KERNLAND. Die heilsame Wirkung des Waldes wird in einer Studie mit 20 Versuchspersonen getestet. Die vielen Wälder, Wanderwege und Kraftplätze im Mühlviertel sollen in das Projekt „Waldluftbaden“ des Tourismusverbandes Mühlviertler Kernland eingebunden werden.

Die positiven Effekte von Waldluft werden im Mühlviertel getestet. Fotos: Maurer
  1 / 3   Die positiven Effekte von Waldluft werden im Mühlviertel getestet. Fotos: Maurer

Die Versuchspersonen gehen im Wald spazieren, suchen Lieblingsplätze auf, laufen oder entspannen einfach in der Natur. Laut Vorgabe sollen sie sich mindestens vier Stunden in der Woche im Wald aufhalten. „Wir entdecken den Wald immer mehr als Heilraum für uns. Besonders der Mühlviertler Wald und seine Kraftplätze sind von einer besonderen Atmosphäre geprägt, die positive Wirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität zeigt“, sagt Arzt Martin Spinka. „Studien zeigen, dass Stoffe der Waldpflanzen fördernd auf unsere Gesundheit wirken und sich Antikrebszellen vermehren. Ich möchte zeigen, dass sich das vegetative Nervensystem im Wald erholt.“ Wie die Versuchsteilnehmer die Zeit im Wald verbringen, ist ihnen selbst überlassen. „Ich nutze die Zeit gerne für sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Cross-Walking“, sagt Michael Hartl. Andrea Buchmayr spaziert einmal gerne alleine durch den Wald, um Zeit für sich und zum Nachdenken zu haben und ein anderes Mal geht sie gerne in Begleitung in den Wald. „Mittlerweile habe ich auch Kontakt zu anderen Studienteilnehmern. Wir nutzen die gemeinsamen Wanderungen für den Erfahrungsaustausch und anregende Gespräche“, sagt Buchmayr.

Positive Effekte messen

Zweimal täglich messen die Probanden ihre Werte mit einem Vitalmonitor und schreiben auch ihr persönliches Empfinden auf. Spinka hat die Teilnehmer für die Studie ausgewählt: „Wichtig für die Auswahl war, dass die Teilnehmer unter Erschöpfung litten oder sich seit längerer Zeit unwohl fühlten. Prinzipiell sollten sie aber nicht schwer krank sein.“ Seit Anfang Jänner sind die Versuchspersonen im Rahmen des Projektes im Wald unterwegs. Einige merken bereits nach einem Monat, dass der Waldaufenthalt einen positiven Effekt hat. „Die Zeit im Wald ist entspannend und bringt Energie“, sagt Hartl. „Außerdem entdeckt man die eigene Heimatregion neu. Es gibt im Mühlviertel viele schöne Plätze zu erkunden.“ Für Claudia Reikerstorfer ist die Studie vor allem im Winter eine gute Motivation: „Im Sommer und Frühling bin ich ohnehin viel draußen unterwegs. Im Winter fällt mir das schwerer. Durch die Studie muss ich jetzt aber auch in der kalten Jahrezeit in den Wald.“

Kraftplätze und Quellen

Für das „Waldluftbaden“ werden auch Kraftplätze bestimmt. Die Geomanten Günter Kantilli und Wolfgang Strasser suchen in Windhaag als Mustergemeinde nach solchen Plätzen. Die Geomantie beschäftigt sich mit den Quellen der heilsamen Wirkung des Waldes und den fördernden Erdenergien. In der geomantischen Gemeindeuntersuchung werden die Wirkfaktoren und Quellen untersucht und Empfehlungen gemacht. „Bei einer Wanderung im Gemeindegebiet Bad Zell habe ich spontan eine Tanne umarmt und gespürt, wieviel Kraft von diesem Baum ausgeht“, sagt Buchmayr. „Ich bin ein sehr kopflastiger Mensch und stand solchen Dingen sehr skeptisch gegenüber. Aber dann habe ich die Energie selbst gespürt. Das war eine neue Erfahrung für mich.“ Auch persönliche Kraftplätze kann man im Wald finden. „Ich habe mittlerweile zwei Stellen im Wald entdeckt, an denen ich mich einfach wohl und voller Energie fühle“, erzählt Hartl.

Konzept für den Tourismus

Die Studie dauert insgesamt neun Monate. Die Ergebnisse werden in die Waldluftbaden-Tourismus-Angebote eingebunden, die gemeinsam mit dem Tourismus-Lehrgang der Fachhochschule Salzburg erarbeitet werden. „Wir wollen im Mühlviertel authentische Tourismus-Angebote erarbeiten“, sagt Karl Steinbeiß vom Tourismusverband. „Beim Waldluftbaden wollen wir bereits vorhandene Strukturen einbauen.“


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