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FREISTADT. Eigentlich müsste es im Bezirk Freistadt mit der Geburtenrate schlecht aussehen, würde denn die Mär von den Störchen und den Babies stimmen. Schon seit ein paar Jahren gibt es hier keine brütenden Störche mehr. Warum das so ist, weiß keiner.

Wer wird in Freistadt wohl jetzt die Babies bringen? Foto: Weihbold
Wer wird in Freistadt wohl jetzt die Babies bringen? Foto: Weihbold

Auf der Suche nach Gründen ist auch Storchenexperte Robert Gattringer vom Naturschutzbund überfragt: „Eine Beobachterin glaubt, dass eventuell der Umfahrungsbau mit seinem Lärm und den Veränderungen im Gelände damit zu tun haben könnte. Aber wissen tun wir es auch nicht.“

Zwei Horste – kein Vogel

In Freistadt hat es früher zwei bewohnte Storchennester gegeben: Eines in der Kaserne und eines in der Brucknerstraße, nur unweit von der Kaserne. Zwar schauen dort noch immer hin und wieder Störche vorbei und auch vereinzelt durchziehende Tiere sind zu sehen, doch gebrütet haben sie seit längerem eben nicht mehr dort. Dabei ist der Weißstorch – im Gegensatz zu seinem extrem scheuen Verwandten, dem Schwarzstorch – ein absoluter Kulturfolger und hält sich gerne in der Nähe des Menschen auf. Außerdem ist die Zahl der Weißstörche in ganz Oberösterreich in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen.

Gattringer: „Die meisten Störche kommen wahrscheinlich aus Tschechien herüber, wo es sie immer in größerer Zahl gegeben hat. Das Mühlviertel liegt genau auf ihrer Zugroute und da die Storchenanzahl steigt, suchen sie sich eben neue Brutplätze. Auch aus Bayern wandern sie ein.“

Fünf Brüter im Bundesland

Heuer gab es in ganz Oberösterreich nur fünf Brutplätze von Störchen: Einen Horst in Bad Leonfelden mit zwei überlebenden Jungtieren, in Saxen haben drei Jungstörche überlebt, in Grein zwei und in Niederwaldkirchen eines.

Nur in Mauerkirchen, wo ebenfalls gebrütet wurde, ist der Storchenpapa bei einem Unfall ertrunken und so konnten auch die Jungen nicht gerettet werden.

Übrigens: Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Storch auch wieder nach Freistadt zurückkehrt. Teilweise sind die Nester Jahre- oder gar Jahrzehntelang verwaist, bis sich dort doch wieder ein Vogel ansiedelt


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