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Kolumne

Kolumne von Susanne Überegger Foto: Wodicka
Kolumne von Susanne Überegger Foto: Wodicka

Ein interessantes Phänomen kann ich an unseren beiden älteren Jungs beobachten: Zuhause streiten und raufen sie oft vom Aufstehen bis zum Bettgehen, täglich wird neu ausgerangelt, wer jetzt hier der Chef ist. Sehr zum Leidwesen meiner Nerven, denn das geht schon seit gut sechs Jahren so.

Ich sage oft zu dem Erstgeborenen, der sicher mehr austeilt, als einsteckt: „Auch wenn du es mir nicht glaubst, dein Bruder wird vielleicht einmal größer und stärker als du und dann bekommst du womöglich alles zurück!“ Das leuchtet dem Großen aber überhaupt nicht ein, wie ein Jüngerer ihm jemals überlegen sein könnte und sekkiert munter weiter.

Der Zweitgeborene, eher von der geduldigen und gutmütigen Sorte, lässt sich eh einiges gefallen, aber auch ihm wird es irgendwann mal zu bunt. Und schon kugeln sich die zwei wieder kreischend und sich nichts schenkend über den Boden.

Und jetzt kommt das aber: Wenn wir unterwegs sind, also außerhalb des umkämpften Reviers, sind die zwei ein Herz und eine Seele. Der Größere nimmt den Jüngeren an der Hand, schaut, dass er nicht verloren geht, passt auf, dass er nach dem Platscher von der Wasserrutsche auch sicher wieder den Beckenrand erreicht – kurz, außer Haus sind sie ein richtiges Dream-Team.

Jetzt können aber wir nicht immer fortfahren, nur damit die beiden nicht hacheln. Aber dann erinnere ich mich daran, dass es zwischen meinem Bruder und mir auch sehr, sehr, sehr oft gekracht hat. Heute sind wir die gegenseitigen Paten unserer Kinder und verstehen uns bestens. Ich schöpfe Hoffnung...


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