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FREISTADT. Dass die Barrierefreiheit nicht nur physische Hindernisse betrifft, haben die Schüler der Neuen Mittelschule Marianum bei einem Projekt zum Tag der Barrierefreiheit herausgefunden. Das Thema wird auch vom Leader-Verein Mühlviertler Kernland und dem OÖ. Zivil-Invalidenverband aufgegriffen.

Bei einem Rundgang durch die Stadt – blind – erfuhren die Schüler was es heißt, im Alltag nichts sehen zu können.

„Behindert ist, wer behindert wird“ – das war der Leitsatz für die Projekttage der NMS Marianum Freistadt. Unter dem Motto „G“hört g“seng“ widmete sich eine Gruppe von Schülern den Themenkreisen Hör- und Sehbehinderung. „Beeinträchtigte stoßen im Alltagsleben auf unterschiedliche Barrieren, wir wollen Bewusstsein für nicht physisische Barrieren schaffen und damit die Bevölkerung sensibilisieren und Berührungsängste abbauen. Deshalb starten wir damit schon bei den Schülern“, sagt Michael Leitner, Geschäftsführer des OÖ Zivil-Invalidenverbandes. Hans Dirnberger, Experte im Thema Barrierefreiheit, erklärt den Begriff so: „Barrierefreiheit bedeutet die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben, möglichst selbstständig aus eigener Kraft im Sinne der Inklusion.“ Neben den sichtbaren Barrieren, zum Beispiel für Rollstuhlfahrer (Bericht auf der nächsten Seite) und den unsichtbaren Barrieren für Menschen mit Sinnesbehinderungen sind häufig auch unsichtbare soziale Barrieren vorhanden.

Blind eingekauft

Die Young Caritas bereitete mit den Schülern das Thema Sehbehinderung auf. In der Altstadt erledigten sie einfache Alltagsaufgaben wie einkaufen gehen, sich nach der Uhrzeit erkundigen, eine Straße überqueren oder nach der aktuellen Ausstellung im Schlossmuseum fragen. Im Schlossgarten gab es ein Picknick mit den von den „blinden“ Schülern gekauften Lebensmitteln. Dabei wurden mit verbundenen Augen Gefühlsbilder gestaltet.

Crashkurs Gebärdensprache

In der Lebenswelt Schenkenfelden wurden den Jugendlichen Grundzüge der Gebärdensprache vermittelt, die sie in den Therapeutischen Werkstätten sofort in die Praxis umsetzen konnten. Den Schülern wurde durch Videos aufgezeigt, welche vielfältigen Möglichkeiten es für Menschen mit Hörbeeinträchtigung gibt, Musik zu genießen. Zum Ausklang lernten sie ein Lied in Gebärdensprache.

Tag der Barrieren

Am Freitag, 13. Oktober, können alle Besucher in die Welt eines Menschen mit Sinnesbehinderung eintauchen. Neben Vorträgen zu Sinnesbeeinträchtigungen und der Projektpräsentation der Schüler gibt es auch den Triathlon der Sinne: Unter dem Motto „G“hört g“seng“ wird dieser spezielle Parcours für einen unvergesslichen Nachmittag sorgen.

Leader gefördertes Projekt

Der Tag ohne Barrieren am 13. Oktober im Salzhof findet im Rahmen eines Leader geförderten Projektes statt. Die Strategie einer familienfreundlichen und generationenfitteren Region Mühlviertler Kernland beinhaltet auch gemeindespezifische Projekte, wie Gemeindeschulungen und Dorfbegehungen. Auf www.barrierefrei-kernland.at werden die Aktivitäten im Kernland zu barrierefreien Themen dokumentiert und veröffentlicht.

Tag ohne Barrieren „G‘hört g‘seng“

Freitag, 13. Oktober 2017

15 Uhr / Salzhof Freistadt

Vorstellung des Schulprojektes der NMS Marianum

Infos Sinnesbeeinträchtigungen

Triathlon der Sinne: 1: Station: Erfahrungen im Dunkeln; 2. Station: Inklusive Spielhöhle; 3. Station: Crashkurs Gebärdensprache

Gemeinsamer Austausch

Musikalische Gestaltung durch den Gebärdenchor


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