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BEZIRK FREISTADT. Museen beherbergen wertvolles Kulturgut, sie sind ein wichtiger Ort unserer Identität und ermöglichen eine reflexive Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte. Ohne das große freiwillige Engagement der zahlreichen ehrenamtlich Tätigen wäre das Bestehen unserer vielfältigen Museumslandschaft undenkbar. Am 17. November 2017 wurden vom Verbund Oberösterreichischer Museen 24 engagierte Personen für ihre besonderen Verdienste für die Museumslandschaft Oberösterreichs ausgezeichnet. Fünf dieser überaus engagierten Ehrenamtlichen stammen aus dem Bezirk Freistadt.

Karl Narzt wurde ausgezeichnet. Alle Fotos: light-moments.at
  1 / 4   Karl Narzt wurde ausgezeichnet. Alle Fotos: light-moments.at

Schulrat Gertrude Glasner ist für das Bauernmöbelmuseum in Hirschbach als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Führungsteam seit 2001 tätig. Als ehemalige Volksschullehrerin gelingt es ihr ganz besonders, Schulklassen bei ihren Führungen für das Museumsthema zu begeistern und sie zeigt auch bei der Führung von Busgruppen durch das Bauernmöbelmuseum großes Engagement. Für den Museumsverein ist besonders ihre spontane Einsatzbereitschaft – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten – eine große Hilfe und dieser schätzt auch ihre Mitarbeit im gesamten Museumsbetrieb sehr.

Idealismus, Zeit und Geduld für Projekte

Aus dem Green-Belt Center, dem ehemaligen Mühlviertler Waldhaus in Windhaag bei Freistadt wurde Herr Heinrich Graser geehrt. Als Obmann des Vereins Mühlviertler Waldhaus war Heinz Graser der Hausherr des ehemaligen Museums Mühlviertler Waldhaus, das dem Wald und seinen Erscheinungsformen gewidmet war. Nach einer aufwendigen Sanierung wurde es am 3. Mai 2015 feierlich als das neue Besucherinformationszentrum „Green Belt Center“ am Grünen Bad Europa wiedereröffnet. Heinz Graser steckte sehr viel Idealismus, Zeit und Geduld in die Verwirklichung dieses Projektes. Ein weiteres Projekt von Heinz Graser ist die Sanierung des Hofwieshammers und der Kohlenhütte in den Jahren 2012 bis 2014. 2014 gab es ein großes Wiedereröffnungsfest, bei dem Eisen auf keltische Art mit einem Rennofen erzeugt wurde.

Fleißiger Sanierer

Die aufwendige Gebäudesanierung des Museums Pregarten wäre ohne Josef Hiden nicht möglich gewesen. Von 2007 bis 2017 war er als Bauleiter bei der Sanierung der Museumsräume ein zentrales Bindeglied zwischen den ehrenamtlichen Helfern und den ausführenden Firmen. Selbstverständlich war er dabei auch selbst der „erste“ Arbeiter bei der Durchführung der Baumaßnahmen: Es wurden die Böden erneuert, ein neues Lichtkonzept umgesetzt, Raumlüftungen installiert, eine Zentralheizung eingeleitet, Archiv- und Werkstättenräume geschaffen, das gesamte Mauerwerk entfeuchtet und neu verputzt und die gesamte Elektroinstallation einschließlich Schaltkästen erneuert. Ebenso wurde ein eigenes Türschließsystem geschaffen und die Fenster und Türen erneuert. Es gelang ihm auch, das Museum barrierefrei zu gestalten bzw. entsprechende Rampen zu installieren, insbesondere durch Bodenabsenkungen und Mauerdurchbrüche, um eine direkte Verbindung der einzelnen Museumsräume zu erreichen. Ohne Josef Hiden wäre das Museum Pregarten in seiner Neuausrichtung nicht das, was es heute ist.

Ledermühle vor Verfall bewahrt

Karl Narzt ergriff im Jahr 1991 die Initiative zur Rettung der vom Verfall bedrohten Ledermühle in St. Oswald bei Freistadt und entschloss sich mit einigen Gleichgesinnten zur Gründung des Vereins zur Erhaltung der Ledermühle. Als Gründungsobmann dieses Vereins begeisterte er zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer, die dringend notwendigen Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten in Angriff zu nehmen, die nach einem Jahr und etwa 2.500 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden zur Eröffnung des Museums im Jahr 1992 führten. Auch in den folgenden Jahren waren noch viele Aufgaben und Arbeiten zu erledigen. Als immer wieder gewählter Obmann (bis 2016) kümmerte er sich persönlich um alles, was für die Erhaltung der Mühle und die Führung des Museums notwendig war. Bei all den umfangreichen Arbeiten stand er an vorderster Stelle und arbeitete selbst kräftig mit.

Vom Getreide zum Brot - verständlich erklärt

Gebhard Winder machte sich im Rahmen des Vereins zur Erhaltung der Ledermühle besonders um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen verdient. Bis ins hohe Alter führte er alljährlich zahlreiche Führungen durch, vor allem für Kindergartengruppen, Schulklassen aus der eigenen und aus anderen Gemeinden sowie für Teilnehmer an Jugendlagern. Gebhard Winder verstand es bei seinen Führungen meisterhaft, das Interesse der Teilnehmer zu wecken, die Maschinen und Geräte zu erklären sowie die Abläufe in der Mühle verständlich darzustellen. Lebhaft und anschaulich vermittelte er den jungen Museumsbesuchern in altersgerechter Form die Bedeutung des selbst angebauten Getreides, des selbst gebackenen Brotes und die wichtigen Aufgaben, die die vielen kleinen Mühlen früher für die Ernährung der Bevölkerung zu erfüllen hatten.

Urkunden überreicht

Aus diesem Anlass wurden die genannten Personen für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in ihren Museen im Rahmen einer Festveranstaltung vom Verbund Oberösterreichischer Museen Dank und Anerkennung ausgesprochen. Die Urkunden wurden vom Präsidenten des Verbundes Oö. Museen Prof. Dr. Roman Sandgruber, Geschäftsführer Dr. Klaus Landa, Dr. Gerhard Gaigg von der Direktion Kultur des Landes Oberösterreich, Dir. Ursula Pötscher vom Vorstand des Verbundes Oö. Museen und Wolfgang Bauer von der OÖ. Versicherung AG überreicht.


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