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Radarkästen um 100.000 Euro für die Sicherheit in Siedlungsstraßen geplant

Regina Wiesinger, 19.03.2018 18:30

FREISTADT. Der Ankauf von Radarkästen und einem Gerät soll in der kommenden Freistädter Gemeinderatssitzung (das Ergebnis stand zu Redaktionsschluss noch aus) beschlossen werden. Fünf „Blitzer“ sind geplant.

Fünf Radarkästen und ein Gerät sind für die Stadt Freistadt geplant. Foto: Foto: sdecoret/Shutterstock.com

Angedachte Standorte sind auf der B38 Eglsee auf Höhe Autohaus Süß, B125 Höhe Gasthaus Stampfl, Leonfeldner Straße, Sonnbergstraße und Bahnhofstraße Höhe Hallenbad. „Aus Sicht der Experten ist an allen Standorten eine Geschwindigkeitskontrolle für mehr Verkehrssicherheit notwendig. Besonders in der Bahnhofstraße, wo viele Schüler und Kindergartenkinder unterwegs sind, wird sich die Sicherheit unserer jüngsten Gemeindebürger massiv erhöhen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer (ÖVP). 

Abzocke?

Der Ankauf von fünf Radarkästen und einem Radargerät um rund 100.000 Euro stößt bei der Bürgerliste WIFF (Wir für Freistadt) aber nicht auf Gegenliebe. „Die Bürgerliste WIFF lehnt diese Abzocke der Autofahrer ab, weil sie kaum mehr Sicherheit bringen wird, sondern nur Geld kostet. Die Gemeinde zahlt ums teure Geld den Ankauf, während die meisten Strafgelder das Land einstreifen wird, da zwei der fünf Radarstandorte an der Bundesstraße liegen“, ärgern sich WIFF-Fraktionsobmann Rainer Widmann und WIFF–Verkehrsausschussmitglied Bernhard Mayer. Paruta-Teufer: „Es ist gesetzlich geregelt, dass die Einnahmen der jeweilige Straßenerhalter bekommt. Die Gemeinde erhält also die Einnahmen aus drei Standorten. Für die Gemeinde entsteht durch die Radarüberwachung kein Verwaltungsaufwand, da die gesamte Abwicklung über die Bezirkshauptmannschaft erfolgt.“

Vor Sommer wird aufgestellt

„Das Gerät in den Kästen wird regelmäßig ausgetauscht, es ist immer nur ein Kasten scharf“, erklärt Verkehrsstadträtin Sonja Seifried (SPÖ). Der Wechsel des Radargerätes erfolgt durch die Landesverkehrsabteilung der Polizei. Aufgestellt wird voraussichtlich zu Sommerbeginn. „Die Radarüberwachung wird sehr wohl deutlich mehr Sicherheit bringen. Das bestätigen uns auch die Verkehrsexperten des Landes sowie der Polizei, die die vorgeschlagenen fünf Standorte geprüft und verdeckte Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt haben“, sagt Paruta-Teufer.

Geldverschwendung oder Zeichen für die Sicherheit

Auch die Tips-Leser diskutieren bereits den Radar-Ankauf. In einer Facebook-Umfrage zum Thema sehen 66 Prozent der Teilnehmer den Ankauf als Geldverschwendung, andere als Zeichen für mehr Sicherheit in den Siedlungsstraßen. Besorgte Anwohner der Bahnhofstraße und Reischekstraße sehen das als kleinen Erfolg, die Probleme lägen aber nicht nur an der gefahrenen Geschwindigkeit, sondern an Falschparkern am Gehsteig oder im Kreuzungsbereich, missachteter Rechtsregel und Schwerverkehr. „Mit einer Unterschriftenaktion wollten wir bei der Gemeinde die Einführung einer Einbahnstraße erreichen. Gut durchdacht und bis ins Detail vorbereitet haben wir unseren Antrag vergangenen Sommer beim Verkehrsausschuss eingereicht. Leider wurde dieser einstimmig abgelehnt. Uns wurde lediglich eine Tempoanzeigetafel versprochen, die aber bis Dato auf sich warten lässt“, empört sich Karin Kolm, besorgte Mutter und Anwohnerin, was Stadträtin Seifried wiederum entkräftet: „Eine Einbahnstraßenregelung wäre nicht sinnvoll, das hätte nur eine Verschiebung des Problems in andere Straßen gebracht. Und eine Tempoanzeigentafel wurde nicht versprochen, das war mehr so ein zwischen Tür und Angel-Gespräch. Sofern dieses Gerät aber mal frei ist, kann es dort aufgestellt werden.“

Laut Karin Kolm sei die Aufstellung des Radargerätes eine super Sache und absolut zu befürworten. „Es ist schon ein Erfolg, wenn auch nur ein Bruchteil der Autofahrer langsamer, oder vielleicht auch gar nicht mehr durch die Bahnhofstraße fahren“, sagt Karin Kolm im Namen der Anwohner der Reischekstraße.

WIFF: „Besser wären Schwerpunktkontrollen“

„Besser wären punktuelle bauliche Maßnahmen in den Siedlungsstraßen gewesen und mit der Exekutive vereinbarte Schwerpunktkon-trollen. WIFF wird daher gegen die fragwürdigen Radarboxen stimmen“, sagen Widmann und Mayer abschließend. Die Polizei hätte aber zu wenige Kapazitäten frei, um die Geschwindigkeitsüberwachungen im Stadtgebiet so effizient durchzuführen, erwidert Sonja Seifried.


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