Josef Atteneder: "Ich bin immer gerne Kaufmann gewesen!"
KALTENBERG. „Ich bin immer gerne Kaufmann gewesen“, sagt Josef Atteneder. 60 Jahre ist es heuer her, dass der gelernte Schuster sein Kaufhaus in Kaltenberg eröffnet hat. Für Tips blickt Atteneder auf sein Berufsleben zurück.

Eigentlich hat Josef Atteneder bei seinem Vater, dem Obermühler Schuster in Unterweißenbach, das Handwerk des Schuhmachers gelernt. „Der Vater hat dann aber 1957 das Kern-Haus in Kaltenberg gekauft, ein „abgehaustes“ Geschäft“, berichtet der 83-Jährige. Am 1. März 1959 öffneten Atteneder und seine Gattin Christine, eine Neumarkterin, zum ersten Mal die Geschäftstüren. „Es war ein Sonntag, die Kirchenleute sind einkaufen gekommen, hauptsächlich die Markersreither. Die Kaltenberger waren uns immer sehr zugetan“, erinnert sich der Kaufmann.
Sortiment von Lebensmitteln bis zum Nagel
Das Sortiment war das eines echten Greißlers. „Von Lebensmitteln über den „Kaibalzieher“ (Rindergeburtshilfe) bis zum Nagel war alles erhältlich.“ Unvergesslich ist ihm auch die viele Arbeit, die er und seine Frau stets in das Geschäft gesteckt haben. „Wir sind immer fleißig gewesen und haben oft bis Mitternacht gearbeitet. 1962 haben wir schon ausgebaut, obwohl etliche gesagt haben, ihr spinnts ja, so ein großes Geschäft für so einen kleinen Ort! Aber schon bald ist es uns wieder zu klein geworden.“
1972 Tankstelle eröffnet
1972 eröffnete Atteneder eine Tankstelle, die bis 1980 in Betrieb war. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie, die inzwischen um vier Kinder gewachsen war, mit dem frühen Tod von Christine mit erst 46 Jahren. „Ich habe aber das Glück gehabt, zweimal eine brave Frau zu finden“, sagt Josef Atteneder. 1982 heratete er seine Theresia, eine Markersreitherin. Das Geschäft führte er alleine weiter. „Urlaub war nicht oft drin, aber wenn, dann war Südtirol das Ziel“, sagt der 83-Jährige, der in seiner kargen Freizeit gerne Motorrad fuhr. In den letzten Jahren, bevor er die Geschäftstür 1998 endgültig schloss, holte er die Ware frühmorgens aus Linz ab. „Von halb fünf Uhr Früh ist es durchgegangen bis weit nach Geschäftsschluss, das ist mir schon recht stark geworden“, blickt Atteneder zurück.
Kein Pensionsschock
Ein Pensionsschock ist ihm deshalb auch erspart geblieben. „Die Kinder haben befürchtet, dass mich das Zusperren hart trifft, aber es ist mir nicht leid ums Geschäft gewesen.“ Jahrelang war seine Freude die Waldarbeit. „Dafür bin ich leider heute nicht mehr fit genug“, bedauert er. Doch für ein Plauscherl im Kaltenberger „G“schäft“, das wie damals sein eigenes Kaufhaus sieben Tage pro Woche offen hat und auch ein gewisser gesellschaftlicher Treffpunkt ist, nimmt sich Josef Atteneder noch gerne Zeit.


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