Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK FREISTADT. 66.621 Menschen leben derzeit im Bezirk – für jeden einzelnen von ihnen bedeutet die Coronavirus-Krise eine grundlegende Veränderung und Einschränkung der alltäglichen Gewohnheiten. Zu Recht, denn die Ansteckungszahlen steigen auch in der Region deutlich.

Foto: MK Foto/Shutterstock.com
Foto: MK Foto/Shutterstock.com

Zu Redaktionsschluss (Montag, 16. März, 16.30 Uhr) waren neun der getesteten Menschen mit Corona-Verdacht aus dem Bezirk tatsächlich angesteckt, 125 waren „in Absonderung“, also in Heimquarantäne, weil sie möglicherweise mit dem Coronavirus in Kontakt geraten waren. Diese Zahlen nannte Bezirkshauptfrau Andrea Außerweger auf Tips-Anfrage. Ein Teil der Infektionen ist auf einen Kontakt mit Corona-Infizierten im Schiurlaub in Tirol zurückzuführen.

Krisenstab permanent im Einsatz

Wie in fast allen Ämtern und Behörden gibt es auch bei der Bezirkshauptmannschaft einen Notbetrieb in allen Abteilungen, ausgenommen Sanitätsdienst und Sanitätsrecht. „Wir haben täglich am Vormittag Einsatzbesprechungen mit Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz“, berichtet Außerweger. Ebenso regelmäßig ergehen Meldungen über die Lage im Bezirk an den Krisenstab des Landes OÖ, der von Außerwegers Vorgänger Alois Hochedlinger, dem Chef der Abteilung für Inneres und Kommunales, geleitet wird.

Volksschule behördlich geschlossen

Auf behördliche Anweisung geschlossen wurde die Volksschule 2 Freistadt aufgrund des Epidemiegesetzes 1950. Eine Bedienstete ist mit SARS-CoV-2 infiziert. Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, bleibt die Schule bis einschließlich 13. April geschlossen. Auch ein Kindergarten in Pregarten wurde behördlich geschlossen.

Zusätzliche Spitalbetten

Um für den in Kürze zu erwartenden sprunghaften Anstieg von Coronavirus-Erkrankten genügend Spitalbetten zur Verfügung zu haben und die Spitäler zu entlasten, hat das Land OÖ 595 Betten in unterschiedlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. 60 davon befinden sich im Landespflege- und Betreuungszentrum Schloss Haus in Wartberg ob der Aist. „Das ist ein Notfallplan, wo nicht gehofft wird, dass sie gebraucht werden. Wir rüsten uns, sind vorbereitet“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. Die Betten sind zum Schutz der Intensivpatienten, für jene mit leichteren Verlaufsformen.

Zivis und Grundwehrdiener länger im Dienst

Am 15. März wurde bekannt gegeben, dass beim Bundesheer die Ausmusterung gestoppt wird. Die Miliz wird mobilisiert. Zur Verstärkung im Sanitäts- und Pflegebereich sollen zusätzliche Zivildiener mobilisiert werden. Wer aktuell seinen Zivildienst leistet, wird verlängert, Zivildiener der letzten fünf Jahre werden rekrutiert – auf Grundlage des Zivildienstgesetzes.

Appell an Bevölkerung

Ebenso wie Bezirkshauptfrau Andrea Außerweger appelliert auch Bezirksrettungskommandant Charles Pickering eindringlich an die Bevölkerung, bei Coronavirus-Verdacht NICHT in eine Arztpraxis zu gehen. „Die Lage ist sehr ernst. Wenn Praxen wegen Corona-Verdacht geschlossen werden müssen, schwächen wir unser Gesundheitssystem massiv“, so Außerweger. Man könne es daher nicht oft genug sagen: Bei Coronavirus-Symptomen die Gesundheits-Hotline 1450 anrufen und zu Hause bleiben!Viele Gemeinden weisen darauf hin, dass die Arztpraxen für dringende Fälle geöffnet haben, man sich aber telefonisch voranmelden soll. Aktuell sind Krankmeldungen auch telefonisch möglich.

Sorgen der Unternehmer

„Die Verunsicherung der Wirtschaftstreibenden im Bezirk ist groß“, weiß Wirtschaftskammer-Obmann Christian Naderer. „Sorgen herrschen da und dort wegen der Logistik in der Produktion. Teilweise ist nicht abzusehen, ob alle Komponenten geliefert werden können, vor allem jene aus Italien. Und was passiert, wenn ein Corona-Fall im eigenen Unternehmen auftritt bzw. Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden“, sagt Naderer. Sorge gilt vor allem auch dem Erhalt und der Sicherung von Arbeitsplätzen. Landeshauptmann Stelzer hat für den 17. März die Sozialpartner zu einem Gespräch geladen, um ergänzende Maßnahmen zu jenen des Bundes zu planen.

Regionalen Handel stärken

Wer von den aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie profitiert, ist der Lebensmittelhandel. „Hier haben wir im Bezirk den Vorteil vieler regionaler Lieferanten. Deren Produkte sind nicht von langen Logistikketten abhängig. So gesehen kann man die Situation auch als Chance sehen, die Regionalität zu stärken.“ Einige Gasthäuser, Bäcker und auch kleine Lebensmittelgeschäfte bieten in dieser Ausnahmesituation einen Lieferservice an. Infos dazu gibt es auf den Gemeindeämtern. Auch auf unserer Homepage www.tips.at sowie auf Facebook informieren wir regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen in Österreich und speziell im Bezirk Freistadt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden